Das Appenzellerland zeigt sich als eine Region voller Leben und Vielfalt, in der sich politische Weichenstellungen, kulturelle Ereignisse und sportliche Erfolge abwechseln. Von wichtigen kommunalen Entscheiden über gesellschaftliche Anlässe bis hin zu wirtschaftlichen Entwicklungen – die Nachrichten spiegeln ein aktives Gemeinschaftsleben wider. Aktuelles Appenzellerland bedeutet daher, einen Blick auf die Entwicklungen in den Gemeinden und die Leistungen der Menschen vor Ort zu werfen.
Politik, Parteien und Verwaltung im Fokus
In der politischen Landschaft des Appenzellerlandes stehen wichtige Veränderungen an. In Trogen treten zwei Gemeinderätinnen zurück, weshalb die SP Elisabeth Eugster als Kandidatin für die Nachfolge nominiert hat. Eugster, die seit über 30 Jahren in Trogen lebt und als Heilpädagogin arbeitet, bringt durch ihre langjährige politische Tätigkeit und ihr ehrenamtliches Engagement viel Erfahrung mit und möchte die Gemeinde aktiv mitgestalten.
Auch in Heiden werden zwei Sitze im Gemeinderat neu besetzt, da zwei Mitglieder ihren Rücktritt angekündigt haben. Die Ergänzungswahl findet im April statt, während die neuen Amtsinhaber ihre Tätigkeit im Juni aufnehmen werden. Die Gemeinde ruft interessierte und stimmberechtigte Personen dazu auf, sich für das Amt zu bewerben, um die Zukunft von Heiden mitzugestalten.
Die Parteien positionieren sich ebenfalls zu kantonalen Themen. Die EVP Appenzell Ausserrhoden unterstützt das Energiekonzept 2026–2035 grundsätzlich, fordert jedoch Nachbesserungen, insbesondere im Gebäudebereich und bei der Förderung von Winterstrom. Die Parteiunabhängigen (PU AR) bewerten das Konzept ebenfalls positiv, kritisieren aber, dass Themen wie Energiespeicher und lokale Verbrauchsgemeinschaften zu wenig Beachtung finden. Beide Parteien betonen die Notwendigkeit klarer Rahmenbedingungen, um die Energiewende erfolgreich voranzutreiben.
Darüber hinaus hat die Ausserrhoder Regierung die SRG-Initiative „200 Franken sind genug“ klar abgelehnt. Sie befürchtet eine Schwächung der medialen Grundversorgung, die gerade für ländliche Regionen wie das Appenzellerland von zentraler Bedeutung ist. Auch die Ostschweizer Regierungskonferenz spricht sich gegen die Initiative aus, da sie den überregionalen Austausch und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet sieht.
Kultur und Gesellschaft: Aktuelles Appenzellerland erleben
Das kulturelle und gesellschaftliche Leben im Appenzellerland ist reich an Veranstaltungen, die Menschen zusammenbringen. In Stein gestaltete das Schötzechörli eine gottesdienstliche Feier musikalisch mit und verlieh dem Anlass unter dem Motto „Segen sein“ eine besondere Tiefe. Solche modernen Feiern bieten einen bewussten Start in den Sonntag durch Musik und aktuelle Impulse.
In Herisau fand erstmals die Veranstaltung „Vita“ statt, die sich an Menschen ab 55 Jahren richtet. Der Anlass im Casino Herisau bot eine Übersicht zu zentralen Fragen des Älterwerdens, von Gesundheit über Wohnen bis zur rechtlichen Vorsorge. Ein Highlight waren die Referate von Fachpersonen, darunter der Philosoph Ludwig Hasler, die neue Impulse für die Zukunftsgestaltung gaben.
Ein Vortrag über die „Hochschule“ St. Anton bei Oberegg zog rund 150 Interessierte an, sodass die Veranstaltung kurzfristig in die Kirche verlegt werden musste. Peter „Lazi“ Breu berichtete humorvoll von seiner Schulzeit und weckte bei vielen ehemaligen Schülerinnen und Schülern Erinnerungen. Solche Anlässe stärken den lokalen Zusammenhalt und halten die Geschichte der Region lebendig.
Auch die Musik kommt nicht zu kurz. Das Festival „Musique am Berg“ gastierte erstmals in Gonten und brachte französischsprachiges Musikschaffen in die Ostschweiz. In Appenzell trat die Cobana Band zu einem Matinée-Konzert auf, während die Berner Band Kalles Kaviar in Herisau ihr neues Album präsentierte. Diese Konzerte zeigen die musikalische Bandbreite, die das Appenzellerland zu bieten hat.
Wirtschaft, Bauen und Entwicklung in der Region
Die lokale Wirtschaft verzeichnet ebenfalls erfreuliche Nachrichten. Die Whisky-Destillerie Säntis Malt wurde bei den World Whisky Awards 2026 mehrfach ausgezeichnet, was die hohe Qualität der regionalen Produkte unterstreicht. Gleichzeitig erreichte die Appenzeller Kantonalbank einen digitalen Meilenstein, da mittlerweile 10.000 Kundinnen und Kunden die Twint-App der Bank nutzen.
In den Gemeinden schreiten wichtige Bau- und Planungsprojekte voran. In Heiden vergab die Gemeinde die Planungsarbeiten für die Sanierung der Turnhalle Gerbe an ein Architekturbüro aus St. Gallen. Außerdem hob der Gemeinderat den Quartierplan Hinterbissau auf, da er nicht mehr den heutigen Nutzungszwecken entsprach. In Teufen wird die Sporthalle Landhaus umfassend saniert, wobei die Arbeiten etappenweise während der Sommerferien stattfinden.
Die Gemeinde Walzenhausen hat eine strategisch wichtige Liegenschaft im Dorfzentrum erworben, um die Zentrumsüberbauung voranzutreiben. Die Gemeinde plant, das Areal an lokale Investoren zu verkaufen, die dort unter anderem zeitgemässen Wohnraum und Gewerbeflächen schaffen sollen. In Urnäsch wurde eine Kreditüberschreitung für die Planung der Arealentwicklung am Bahnhof genehmigt, wodurch nun eine fundierte Grundlage für die weiteren Schritte vorliegt.
Der Ausbau der Breitbandversorgung in Appenzell Innerrhoden kommt gut voran. Das Projekt soll sicherstellen, dass bis Ende 2028 ein Großteil der ganzjährig bewohnten Liegenschaften über eine schnelle Internetverbindung verfügt. Einige Arbeiten konnten sogar früher als geplant abgeschlossen werden, sodass die digitale Infrastruktur der Region weiter gestärkt wird.
Sportliche Erfolge und Vereinsleben
Die Sportvereine im Appenzellerland konnten zahlreiche Erfolge feiern. Die Armbrustschützen vom ASV Herisau-Waldstatt verteidigten ihren Titel bei den Gruppenmeisterschaften im Kniendschiessen souverän. Ralf Zellweger wurde zudem erneut Schweizer Meister im eidgenössischen Einzelwettschiessen und sicherte sich den Titel zum dritten Mal in Folge.
In der Leichtathletik zeigten Nachwuchstalente des TV Teufen beeindruckende Leistungen. Ambra Corciulo führt aktuell die nationalen Bestenlisten in drei Disziplinen an und bestätigte ihre Form mit mehreren Siegen bei Hallenmeetings. Auch andere junge Athletinnen und Athleten erzielten persönliche Bestleistungen und bereiten sich auf die Schweizer Meisterschaften vor.
Im Unihockey feierten die Frauen des UH Appenzell zwei wichtige Siege zum Abschluss des Grunddurchgangs und gehen nun gestärkt in die Playouts. Die Handballer des TV Appenzell wahrten ihre Position an der Tabellenspitze mit einem Sieg gegen den HC Flawil, mussten sich jedoch im Spitzenspiel gegen den HC Arbon geschlagen geben. Der SC Herisau gewann sein Heimspiel in der 1. Liga gegen den HC Luzern, verpasste aber die Playoff-Qualifikation.
Ein besonderes Highlight für den Nachwuchs war die „Timo Meier Golf Trophy“, bei der 32.000 Franken für den Nachwuchs des SC Herisau gesammelt wurden. Der aus Herisau stammende NHL-Star engagiert sich damit aktiv für seinen Heimatverein und fördert junge Talente. In Schwellbrunn fand zudem ein Plausch-Biathlon mit über 130 Teilnehmenden statt, der an die lange Biathlon-Tradition des Ortes anknüpfte und bei dem der Spass im Vordergrund stand.
Blaulicht: Sicherheit und Polizeimeldungen
Die Kantonspolizei musste sich mit mehreren Delikten befassen. In Herisau kam es zu Einbrüchen in eine Bäckerei und ein Verkaufsgeschäft sowie zu Diebstählen aus Fahrzeugen. Die Täter verursachten dabei Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Franken. Auch in Appenzell wurde in drei Gastronomiebetriebe eingebrochen, wobei die Täter in einem Fall Bargeld erbeuteten.
Auf einer Baustelle in Herisau wurden bei einer Kontrolle vier Schwarzarbeiter entdeckt. Die Männer mussten ihre Arbeit sofort einstellen und wurden zur Anzeige gebracht. Das Migrationsamt prüft nun weitere Massnahmen, einschliesslich einer möglichen Einreisesperre.
Im Strassenverkehr ereigneten sich ebenfalls mehrere Unfälle. In Speicher kollidierte ein Auto mit einer Komposition der Appenzeller Bahnen, wobei erheblicher Sachschaden entstand, aber niemand verletzt wurde. In Trogen verursachte ein Lieferwagenlenker einen Selbstunfall und entfernte sich vom Unfallort, konnte aber später ermittelt werden. Ein alkoholisierter Fahrer löste in Teufen durch eine Kollision mit dem Randstein die Airbags seines Fahrzeugs aus und muss nun mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.
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