Jagdsaison Appenzell Innerrhoden: Mehr Abschüsse, Wild gesund

Die Jagd in Appenzell Innerrhoden für Schalenwild ist seit Ende Januar beendet und das kantonale Amt für Jagd und Fischerei zieht eine positive Bilanz. Die Abschusszahlen für das vergangene Jagdjahr liegen bei mehreren Wildarten über denen der Vorsaison, während die Bestände als stabil und gesund eingeschätzt werden. Dies ist ein wichtiges Zeichen für das ökologische Gleichgewicht in der Region.

Bilanz der Jagdsaison: Mehr Abschüsse bei stabilem Wildbestand

Das Amt für Jagd und Fischerei meldet für das Jagdjahr 2024/25 eine deutliche Steigerung der Abschusszahlen bei Rot-, Reh- und Gamswild. Außerdem erlegten die Jägerinnen und Jäger mit sechs Wildschweinen erheblich mehr Tiere als im Vorjahr. Die Jagdverwaltung dankt der Jägerschaft für eine engagierte und unfallfreie Saison, die maßgeblich zur Regulierung der Wildbestände beigetragen hat.

Beim Rotwild verzeichnete der Kanton insgesamt 73 erlegte Tiere, was einem Anstieg von 21 Tieren gegenüber dem Vorjahr (52) entspricht. Die Behörden führen dieses erfreuliche Ergebnis vor allem auf die günstigen Wetterbedingungen während der Sonderjagd im November und Dezember zurück. In dieser Zahl sind zudem sieben Tiere enthalten, die mit Bewilligung des Bundesamtes für Umwelt durch die kantonale Wildhut im eidgenössischen Jagdbanngebiet Säntis erlegt wurden. Solche Gebiete dienen dem Schutz der Wildtiere, erlauben aber regulierende Eingriffe, um die Population gesund zu halten.

Auch die Zahlen beim Rehwild sind leicht gestiegen, denn mit 287 Tieren wurden elf Rehe mehr als im Vorjahr erlegt. Diese konstanten Zahlen und der gute Gesundheitszustand der Tiere deuten auf robuste und stabile Populationen hin. Eine angepasste Jagd ist hier besonders wichtig, da sie nicht nur die Entwicklung des Waldes positiv beeinflusst, sondern auch die Zahl der Wildunfälle im Straßenverkehr reduziert.

Obwohl die Abschusspläne für das Gamswild bewusst zurückhaltend gestaltet wurden, liegt die Zahl der erlegten Tiere mit 53 Gämsen ebenfalls über dem Vorjahreswert. Der gute Allgemeinzustand der Tiere lässt auch hier auf eine gesunde Population schließen. Die Steinwildjagd bewegte sich mit sieben erlegten Tieren auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorjahr.

Warum regulierte Jagd in Appenzell Innerrhoden wichtig ist

Die Jagd erfüllt eine zentrale Funktion für die Erhaltung eines gesunden Gleichgewichts zwischen Wald und Wild. Unter Schalenwild versteht man jagdbare, paarhufige Wildtiere wie Hirsche, Rehe oder Gämsen. Ohne eine Regulierung ihrer Bestände könnte es zu einer übermäßigen Belastung der Wälder kommen, da die Tiere junge Bäume und Triebe fressen.

Diese als „Verbiss“ bezeichnete Schädigung kann die natürliche Verjüngung des Waldes stark beeinträchtigen. Eine nachhaltige Jagd sorgt daher dafür, dass sich der Wald an die klimatischen Veränderungen anpassen kann und seine Schutzfunktionen für Mensch und Natur erfüllt. Außerdem trägt eine kontrollierte Populationsdichte dazu bei, die Ausbreitung von Krankheiten unter den Tieren zu verhindern.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verkehrssicherheit. Insbesondere in ländlichen Gebieten wie dem Appenzellerland führen hohe Rehwildbestände häufig zu Kollisionen mit Fahrzeugen. Durch die gezielte Bejagung lässt sich das Risiko solcher Unfälle für Mensch und Tier deutlich senken.

Einsatz der Jäger und besondere Rahmenbedingungen

Der Erfolg der Jagdsaison ist eng mit dem Engagement der lokalen Jägerschaft und den äußeren Bedingungen verknüpft. Die Sonderjagd, die im November und Dezember stattfand, ist ein gutes Beispiel dafür. Sie wird gezielt angesetzt, um die Abschusspläne zu erfüllen, wenn die reguläre Jagdzeit nicht ausgereicht hat, und ihre Effektivität hängt stark vom Wetter ab.

Gute Sicht und passende Schneeverhältnisse erleichtern es den Jägern, das Wild ausfindig zu machen und die Jagd erfolgreich durchzuführen. Die unfallfreie Durchführung der gesamten Saison unterstreicht zudem die hohe Verantwortung und Professionalität der Jägerinnen und Jäger im Kanton.

Die Zusammenarbeit zwischen kantonalen und eidgenössischen Behörden, wie sie im Jagdbanngebiet Säntis praktiziert wird, zeigt außerdem einen koordinierten Ansatz im Wildtiermanagement. Solche Maßnahmen stellen sicher, dass die Wildbestände auch über die Kantonsgrenzen hinweg nachhaltig bewirtschaftet werden.

Gesunde Wildpopulationen als positives Ergebnis

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Jagd in Appenzell Innerrhoden ihre Ziele erreicht hat. Die Kombination aus stabilen Abschusszahlen und dem nachweislich guten Gesundheitszustand der erlegten Tiere belegt, dass die Wildpopulationen in der Region vital und widerstandsfähig sind.

Diese positive Entwicklung ist das Resultat einer sorgfältig geplanten und verantwortungsvoll umgesetzten Jagdpraxis. Sie leistet somit einen unverzichtbaren Beitrag zur Pflege der heimischen Natur- und Kulturlandschaft und sichert das Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen von Wildtieren und Menschen.

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