Dornacher Fasnachtsumzug abgesagt: Finanzierung gescheitert

In der Solothurner Gemeinde Dornach endet eine langjährige Tradition. Nachdem der beliebte Fasnachtsumzug bereits im vergangenen Jahr pausieren musste, hat das verantwortliche Komitee nun die endgültige Entscheidung getroffen. Aus finanziellen Gründen wird der Dornacher Fasnachtsumzug abgesagt und findet zukünftig nicht mehr statt, obwohl es bereits Pläne für eine Neuauflage gab.

Die Veranstaltung, die erst 2014 nach einer Pause von 62 Jahren wiederbelebt wurde, erfreute sich anfangs großer Beliebtheit. Sowohl die Zuschauenden als auch die Gemeinde begrüßten die Rückkehr des bunten Treibens. Allerdings ließ das Interesse in den folgenden Jahren kontinuierlich nach, weshalb die Organisatoren nach Lösungen suchten.

Die Gründe für das endgültige Aus

Die Schwierigkeiten begannen bereits vor einiger Zeit, denn die Teilnehmer- und Besucherzahlen sanken stetig. Benjamin Jutzi vom Fasnachtskomitee erklärt, dass sich die Situation nach der Covid-Pandemie verschärfte. In dieser Zeit lösten sich viele Fasnachtsvereine auf, wodurch es immer schwerer wurde, neue Gruppen für den Umzug zu gewinnen. Dadurch schrumpfte die Veranstaltung von Jahr zu Jahr, während der organisatorische Aufwand unverändert hoch blieb.

Um dem entgegenzuwirken, entwickelte das Komitee einen neuen Plan. Der Umzug sollte von Oberdornach ins Brüggli, also in den Bereich um den Nepomukplatz, verlegt werden. Die Organisatoren waren überzeugt, dass dieser neue Standort die einzige Rettung für die Veranstaltung sei. Schließlich stößt der Nepomukplatz als Veranstaltungsort auf große Zustimmung, was der Erfolg des dortigen Guggenkonzerts eindrücklich beweist.

Finanzierung gescheitert: Warum der Dornacher Fasnachtsumzug abgesagt wurde

Mit diesem Konzept wandte sich das Komitee an die Gemeinde und beantragte einen finanziellen Zuschuss von 16’000 Franken. Das Geld war vor allem für die aufwendige Umleitung der BLT-Busse notwendig. Allerdings sprach die Gemeinde lediglich ein Viertel des beantragten Betrags zu, was die Finanzplanung erheblich erschwerte.

Zusätzlich kam es zu einer unerwarteten Kostensteigerung. Die Baselland Transport AG (BLT) legte nachträglich eine neue Offerte vor, die dreimal so hoch war wie die ursprüngliche. Grund dafür ist, dass die BLT Arbeiten wie die Ausschilderung und die Verlegung von Busstationen seit 2026 an externe Firmen vergibt. Diese Entwicklung führte zu einer unüberwindbaren Finanzlücke.

Insgesamt fehlen dem Komitee rund 25’000 Franken pro Jahr, um den Umzug durchführen zu können. Erschwerend kommt hinzu, dass der Werkhof der Gemeinde personelle Engpässe hat, da der Termin mitten in die Ferienzeit fällt. Angesichts dieser Hürden war eine Absage unausweichlich.

Diese Fasnachts-Anlässe finden weiterhin statt

Trotz der schlechten Nachrichten für den Umzug bleibt die Fasnacht in Dornach lebendig. Das Komitee konzentriert seine Kräfte nun vollständig auf die verbleibenden Veranstaltungen, die finanziell tragbar sind. Dazu gehören insbesondere:

  • Das beliebte Guggenkonzert am Schmutzigen Donnerstag, für das sich bereits elf Guggen aus der Region angemeldet haben. Dank treuer Sponsoren ist dessen Durchführung gesichert.
  • Die traditionelle Schulfasnacht, die wie gewohnt stattfindet.
  • Die Chesslete, die am Schmutzigen Donnerstag bereits um 5 Uhr morgens lautstark den Startschuss für die närrischen Tage gibt.

Unterstützung durch Kauf der „Blaggedde“

Wer die Dornacher Fasnacht weiterhin unterstützen möchte, kann dies aktiv tun. Der Kauf einer sogenannten „Blaggedde“, einer traditionellen Fasnachtsplakette, hilft direkt bei der Finanzierung der verbliebenen Anlässe. Das diesjährige Sujet lautet „Mir fahre obe dure“ und nimmt damit Bezug auf die lokal diskutierte S-Bahn-Haltestelle Apfelsee sowie eine abgelehnte Unterführung für Fußgänger und Velofahrer.

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