Wohnungsbau Nauenstrasse Basel: So funktioniert Wohnen am Lärm

Die Nauenstrasse in Basel, eine der wichtigsten Einfallsstrassen der Stadt, steht vor einer umfassenden Neugestaltung. Entlang dieser stark befahrenen Verkehrsachse plant eine Entwicklungsgesellschaft, alte Liegenschaften durch neue Gebäude zu ersetzen und zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Obwohl die Lage aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens lange als unattraktiv galt, soll der Wohnungsbau Nauenstrasse Basel durch intelligente Konzepte vorangetrieben und das Quartier dadurch aufgewertet werden.

Wohnen und Arbeiten trotz hoher Verkehrsbelastung

Die größte Herausforderung für die neuen Bauprojekte ist der Lärmschutz. Deshalb setzen die Entwickler auf eine durchdachte, vertikale Gliederung der Gebäude. Die Erdgeschosse werden konsequent für gewerbliche Nutzungen reserviert, was zur Belebung der Strasse beiträgt. Darüber, im ersten und zweiten Obergeschoss, sind Büroflächen geplant, die als Pufferzone zwischen dem Verkehr und den Wohnbereichen dienen.

Erst in den höheren Stockwerken, wo die Lärmbelastung spürbar abnimmt, beginnen die eigentlichen Wohnungen. Diese profitieren nicht nur von der ruhigeren Lage, sondern bieten oft auch einen weiten Blick über die Dächer der Stadt bis zum Schwarzwald. Auf der von der Strasse abgewandten Gartenseite hingegen sollen Wohnungen über die gesamte Gebäudehöhe entstehen, da hier eine deutlich ruhigere Umgebung herrscht.

Zwei konkrete Bauvorhaben nehmen Gestalt an

Der Immobilienentwickler Mettler hat die letzten älteren Liegenschaften erworben, die direkt an den moderneren Davidoff-Bau angrenzen. Dort sollen vor allem neue Mietwohnungen entstehen, wobei sich dieses Projekt aktuell noch in der Phase der Ideenstudien befindet. Bis zum Baubeginn wird es daher noch einige Zeit dauern.

Deutlich weiter fortgeschritten sind die Pläne für die benachbarten Parzellen an der Ecke zur Peter-Merian-Strasse. Nach einem Architekturwettbewerb erhielt das Büro Miller & Maranta den Zuschlag für die Gestaltung. Hier sollen insgesamt 60 Wohnungen entstehen, teilweise durch die Umnutzung bestehender Büroflächen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachhaltigkeit, denn wesentliche Teile des bestehenden Eckgebäudes werden nicht abgerissen, sondern lediglich bauphysikalisch modernisiert und in den Neubau integriert. Das Baugesuch wurde bereits eingereicht, und die Bauherrschaft wartet auf die Bewilligung.

Warum der Wohnungsbau Nauenstrasse Basel gefördert wird

Die Entscheidung, an einer so verkehrsreichen Strasse Wohnraum zu schaffen, wurde politisch bewusst getroffen. Ein zentrales Argument dafür ist die sogenannte Riegelwirkung der Neubauten. Die geschlossene Bebauung schirmt das dahinterliegende Quartier effektiv vom Strassenlärm ab und trägt so zu einer Verkehrsberuhigung in den Wohngebieten bei.

Eine Zonenplanrevision schuf zudem die rechtlichen Voraussetzungen für die Projekte. Sie erlaubt nicht nur zwei zusätzliche Stockwerke, sondern ermöglicht auch eine grössere Bautiefe der Liegenschaften. Dadurch lässt sich mehr Wohn- und Nutzfläche realisieren. Als Ausgleich für das fehlende Grün direkt an der Strasse verweisen die Planer ausserdem auf zwei nahegelegene Parkanlagen, die für die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner schnell erreichbar sind.

Obwohl es bereits vage, langfristige Pläne zur Verkehrsberuhigung der Nauenstrasse gibt, ist eine Umsetzung in den nächsten Jahrzehnten noch nicht absehbar. Dennoch sieht der Grosse Rat in der Wohnnutzung eine Chance, die städtische Entwicklung an dieser wichtigen Achse positiv zu gestalten und dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.

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