Dornacher Fasnachtsumzug abgesagt – Das sind die Gründe

Der traditionelle Fasnachtsumzug in Dornach findet künftig nicht mehr statt. Nach einer Wiederbelebung im Jahr 2014, die anfangs auf grosse Begeisterung stiess, hat das Dornacher Fasnachtskomitee das endgültige Aus für die Veranstaltung bekannt gegeben. Der Hauptgrund für diese Entscheidung ist eine untragbare finanzielle Belastung, weshalb der Dornacher Fasnachtsumzug abgesagt werden musste.

Bereits im Vorjahr konnte der Umzug nicht durchgeführt werden, obwohl damals noch eine Neuauflage für 2026 geplant war. Diese Hoffnung hat sich nun zerschlagen, denn die Probleme sind tiefgreifender als erwartet. Besonders seit der Corona-Pandemie kämpft die Veranstaltung mit stetig sinkenden Teilnehmer- und Besucherzahlen, was die Durchführung immer schwieriger machte.

Die Gründe für das Scheitern des Umzugs

Die finanzielle Lücke ist der entscheidende Faktor für die Absage. Dem Komitee fehlen jährlich rund 25’000 Franken, um den Umzug sicher und attraktiv gestalten zu können. Dieser Fehlbetrag setzt sich aus verschiedenen Posten zusammen, die in den letzten Jahren stark angestiegen sind, während die Einnahmen stagnierten.

Ein weiteres grosses Problem war der Mangel an Teilnehmenden. Seit der Pandemie haben viele Fasnachtsvereine ihre Aktivitäten eingestellt oder sich aufgelöst. Dadurch schrumpfte der ohnehin eher kleine Umzug in Dornach zu einer Mini-Veranstaltung, bei der der organisatorische Aufwand in keinem Verhältnis mehr zum Ergebnis stand.

Warum der Dornacher Fasnachtsumzug abgesagt wurde: Ein geplatzter Rettungsplan

Das Komitee hatte einen Plan entwickelt, um den Umzug zu retten. Eine neue Routenführung sollte für frischen Wind sorgen und mehr Publikum anlocken. Der Umzug hätte neu im Brüggli-Quartier rund um den Nepomukplatz stattfinden sollen, wo andere Veranstaltungen wie das Guggenkonzert bereits erfolgreich sind.

Für die Umsetzung dieser Planänderung beantragte das Komitee bei der Gemeinde einen finanziellen Zuschuss von 16’000 Franken. Dieser Betrag war insbesondere für die kostspielige Umleitung der BLT-Busse notwendig. Die Gemeinde sprach jedoch lediglich ein Viertel der beantragten Summe zu, was die Pläne bereits erheblich erschwerte.

Den endgültigen Schlag versetzten dem Vorhaben allerdings unerwartete Zusatzkosten. Die BLT (Baselland Transport AG) legte nachträglich eine dreimal so hohe Offerte für die Verlegung der Busstationen und die Ausschilderung vor, da diese Arbeiten seit Kurzem an externe Firmen vergeben werden. Zusätzlich fehlten dem Werkhof die personellen Ressourcen für die Unterstützung, da das Veranstaltungsdatum mitten in der Ferienzeit liegt.

So lebt die Dornacher Fasnacht weiter

Obwohl der Umzug Geschichte ist, wird die Fasnacht in Dornach nicht komplett ausfallen. Das Komitee konzentriert seine Kräfte nun vollständig auf die verbleibenden, finanziell tragbaren Anlässe. Der Fokus liegt dabei auf dem beliebten Guggenkonzert am Schmutzigen Donnerstag, für das sich bereits elf Guggen aus der Region angemeldet haben.

Auch die traditionelle Schulfasnacht findet wie gewohnt statt. Sie beginnt am frühen Morgen des Schmutzigen Donnerstags um 5:00 Uhr mit der sogenannten Chesslete, einem lauten Weckruf durch die Strassen. Die Organisatoren rufen die Bevölkerung dazu auf, die Dornacher Fasnacht weiterhin durch den Kauf einer «Blaggedde» zu unterstützen. Das diesjährige Sujet «Mir fahre obe dure» greift dabei humorvoll ein lokales Verkehrsthema auf.

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