Für die große Fangemeinde des „Terminator“-Franchise gibt es schlechte Nachrichten, denn der Streaming-Anbieter Netflix hat die animierte Serie „Terminator Zero“ abgesetzt. Die Entscheidung kommt überraschend, da die Serie bei Kritikern gut ankam, allerdings konnte sie nicht genügend Zuschauer für eine Fortsetzung begeistern. Viele Fans wussten offenbar nicht einmal von der Existenz der Serie.
Trotz guter Kritiken: Das Aus für „Terminator Zero“
Obwohl die Serie nach ihrem Start im August 2024 eine beachtliche Bewertung von 87 Prozent bei Kritikern auf der Plattform Rotten Tomatoes erhielt, reichte der Erfolg nicht aus. Auch die Zuschauer bewerteten die Serie mit 79 Prozent überwiegend positiv, während Rezensenten vor allem den visuellen Stil und die hochwertigen Animationen lobten. Dennoch blieben die entscheidenden Zuschauerzahlen hinter den Erwartungen von Netflix zurück, weshalb der Streaming-Dienst die Produktion nach nur einer Staffel einstellte.
Der Regisseur Mattson Tomlin verkündete die Nachricht schließlich auf der Plattform X (ehemals Twitter) und bestätigte damit die Befürchtungen vieler. Lange Zeit gab es nach der Veröffentlichung keine Informationen über eine mögliche zweite Staffel, was bereits als schlechtes Zeichen gewertet wurde. Die niedrigen Abrufzahlen waren letztendlich der ausschlaggebende Grund für die Absetzung.
Eine neue Geschichte im bekannten Sci-Fi-Universum
Die Handlung von „Terminator Zero“ bot eine frische Perspektive auf die bekannte Welt des Kampfes zwischen Menschen und Maschinen. Die Geschichte beginnt im Jahr 1997 in Tokio, kurz vor dem „Judgment Day“, jenem Tag, an dem das künstliche Intelligenz-Netzwerk Skynet einen nuklearen Angriff startet. Im Zentrum steht der Wissenschaftler Malcom Lee, der an einer alternativen KI namens „Kokoro“ forscht, um Skynet aufzuhalten.
Allerdings geraten Lee und seine drei Kinder ins Visier eines mysteriösen Auftragskillers aus der Zukunft. Zu ihrer Rettung eilt ein ebenso geheimnisvoller Soldat aus dem Jahr 2022, denn das Überleben der Kinder ist entscheidend für den zukünftigen Widerstand gegen die Maschinen. Die Serie erweiterte damit das bekannte Universum um neue Charaktere und eine eigenständige Handlung, die parallel zu den Ereignissen der Filme spielt.
Verwirrung bei den Fans: Ein Marketing-Problem?
Die Nachricht, dass „Terminator Zero“ abgesetzt wurde, sorgte in den sozialen Netzwerken nicht nur für Enttäuschung, sondern vor allem für Verwirrung. In zahlreichen Kommentaren auf Reddit und X äußerten langjährige „Terminator“-Fans, dass sie zum ersten Mal von der Serie hörten. Dieses mangelnde Bewusstsein deutet stark auf ein unzureichendes Marketing seitens Netflix hin.
Viele Nutzer kritisierten, dass die Serie kaum beworben wurde und der Streaming-Dienst sich anscheinend allein auf seinen Empfehlungsalgorithmus verließ. Obwohl „Terminator Zero“ es kurzzeitig auf Platz vier der wöchentlichen Netflix-Charts in der Kategorie Anime schaffte, reichte diese Platzierung nicht aus, um eine breitere Zuschauerschaft zu erreichen. Ohne gezielte Werbung ging die Serie in der Fülle des Angebots unter und konnte ihr Potenzial nie voll ausschöpfen.
Die verlorene Zukunft der Serie
Besonders bitter ist die Absetzung angesichts der weitreichenden Pläne, die der Serienschöpfer Mattson Tomlin hatte. Er erklärte, dass die Geschichte auf insgesamt drei Staffeln ausgelegt war. Die Drehbücher für die komplette zweite Staffel waren bereits fertiggestellt, außerdem hatte er die Handlung der dritten Staffel bereits detailliert skizziert.
Tomlin drückte sein Bedauern darüber aus, da ihm das Projekt sehr am Herzen lag und das geplante Serienfinale eine besondere Wendung für die Zuschauer bereitgehalten hätte. Mit der Einstellung der Serie bleiben diese kreativen Visionen nun unrealisiert und die Geschichte von Malcom Lee und seinen Kindern ohne einen richtigen Abschluss. „Terminator Zero“ reiht sich damit in eine lange Liste von Netflix-Produktionen ein, die trotz hoher Qualität und Fan-Potenzial frühzeitig beendet werden.
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