The Hundred Spielerauktion – Regeln, Termine und Gehälter

Das Cricket-Turnier The Hundred steht vor einer grundlegenden Neuerung, denn das bisherige Draft-System zur Spielerzuweisung wird durch eine offene Auktion ersetzt. Die erste The Hundred Spielerauktion findet am 11. und 12. März in London statt und markiert damit einen historischen Schritt für den britischen Profisport. Spielerinnen und Spieler, die nicht bereits unter Vertrag stehen, werden somit zukünftig über ein Bieterverfahren an die Teams vermittelt.

Diese Umstellung orientiert sich stark am Vorbild der erfolgreichen Indian Premier League (IPL). Angetrieben wird der Wandel durch erhebliche private Investitionen in die acht städtischen Franchises, also die eigenständig geführten Teams der Liga. Dadurch soll die kommerzielle Attraktivität des Wettbewerbs weiter gesteigert werden.

Vom Draft zur Auktion: Was sich für Spieler und Teams ändert

Bislang wurden Spieler über ein Draft-System ausgewählt, bei dem sie festen Gehaltsstufen zugeordnet wurden. Die neue The Hundred Spielerauktion führt nun einen dynamischen Markt ein, in dem die acht Teams offen um die besten Talente bieten. Dadurch bestimmen Angebot und Nachfrage das Gehalt eines Spielers, was zu deutlich höheren Verdienstmöglichkeiten führen kann.

Auktionen sind bereits ein etabliertes Merkmal vieler T20-Franchise-Ligen weltweit, allen voran in der IPL seit ihrer Gründung 2008. Für den britischen Sport stellt dieses Modell jedoch eine Premiere dar. Die Umstellung reflektiert den wachsenden Einfluss globaler Investoren auf den europäischen Sportmarkt.

Der Einfluss der IPL-Investoren und neue Teamnamen

Der Systemwechsel ist eine direkte Folge des Einstiegs finanzstarker Investorengruppen, von denen vier auch Eigentümer von Teams in der indischen Premier League sind. Dieser Einfluss wird auch in den neuen Namen einiger Franchises sichtbar. So treten Teams künftig als MI London, Sunrisers Leeds oder Manchester Super Giants an.

Eine Ausnahme bildet das Team Southern Brave, das trotz der Beteiligung der Delhi Capitals seinen ursprünglichen Namen beibehält. Die enge Verknüpfung soll nicht nur finanzielle Stabilität bringen, sondern auch den Austausch von Know-how und globalen Talenten fördern.

Die Regeln der ersten Spielerauktion im Detail

Die Auktion ist über zwei Tage angesetzt, um den unterschiedlichen Wettbewerben gerecht zu werden. Zuerst findet am 11. März die Auktion für die Frauen-Teams statt, während die Männer einen Tag später am 12. März folgen. Jedes Team muss einen Kader von 16 bis 18 Spielern zusammenstellen.

Vor der Auktion hatten die Franchises die Möglichkeit, bis zu vier Schlüsselspieler direkt zu verpflichten oder aus dem Vorjahr zu behalten. Weitere wichtige Regeländerungen für die kommende Saison sind:

  • Die Anzahl der erlaubten ausländischen Spieler pro Team steigt von drei auf vier.
  • Es gibt eine Gehaltsobergrenze (Salary Cap), die Teams nicht überschreiten dürfen.
  • Gleichzeitig wird eine Gehaltsuntergrenze (Salary Collar) eingeführt, um ein Mindestmaß an Investitionen in den Kader sicherzustellen.

Deutlich höhere Gehälter für Spielerinnen und Spieler

Mit der Einführung der Auktion steigen auch die Gehaltsbudgets erheblich, was das Turnier für Top-Spieler noch attraktiver macht. Der Gehaltsetat im Männerwettbewerb erhöht sich um 45 % auf 2,05 Millionen Pfund pro Team. Noch deutlicher fällt der Zuwachs bei den Frauen aus, denn hier verdoppelt sich das Budget um 100 % auf 880.000 Pfund pro Mannschaft.

Besonders hervorzuheben ist außerdem die Anhebung des Mindestgehalts für Spielerinnen um 50 % auf 15.000 Pfund. Diese Maßnahmen sollen die Professionalisierung des Frauencricket weiter vorantreiben und für mehr finanzielle Gleichberechtigung sorgen.

Spielplan für die Saison 2026 steht fest

Neben den Auktionsdetails wurde auch der offizielle Spielplan für die sechste Ausgabe von The Hundred bekannt gegeben. Das Eröffnungsspiel bestreiten am 21. Juli die Teams von MI London und den Sunrisers Leeds im Londoner Stadion The Oval. Dieses Duell zweier Franchises mit IPL-Verbindungen unterstreicht die neue Ära des Wettbewerbs.

Insgesamt umfasst die Gruppenphase 64 Spiele, die gleichmäßig auf den Frauen- und Männerwettbewerb aufgeteilt sind. Der letzte Spieltag der Gruppenphase ist für den 12. August angesetzt. Das Halbfinale, der sogenannte Eliminator, findet zwei Tage später am 14. August statt, bevor am Sonntag, dem 16. August, das große Finale ausgetragen wird. Für beide Finalspiele sind Reservetage vorgesehen, um wetterbedingte Ausfälle zu kompensieren.

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