Ski Alpin Team-Kombination Männer: So wurde die Medaille verspielt

Das deutsche Duo Simon Jocher und Linus Straßer hat in der Ski Alpin Team-Kombination Männer bei den Olympischen Spielen eine Medaille klar verpasst. Während die beiden Athleten am Ende auf dem zehnten Platz landeten, ging der Sieg an das Schweizer Team. Franjo von Allmen sicherte sich damit bereits seine zweite Goldmedaille bei diesen Winterspielen.

So funktioniert die Team-Kombination

Die Team-Kombination ist ein besonderer Wettbewerb im alpinen Skisport, denn sie vereint die Stärken von zwei unterschiedlichen Spezialisten. Jedes Team besteht aus einem Abfahrer, der für die Geschwindigkeit zuständig ist, und einem Slalomfahrer, dessen technische Fähigkeiten gefragt sind. Der Wettkampf beginnt mit der Abfahrt, wodurch eine erste Rangliste entsteht.

Anschließend starten die Slalomspezialisten in der zweiten Runde. Die Endplatzierung ergibt sich aus der Addition beider Laufzeiten. Dieses Format sorgt für besondere Spannung, da ein guter Abfahrer seinem Teamkollegen eine hervorragende Ausgangsposition für den entscheidenden Slalomlauf verschaffen kann.

Der Rennverlauf: Spannung nach der Abfahrt

Nach dem ersten Teil des Wettbewerbs, der Abfahrt, lag das deutsche Team aussichtsreich im Rennen. Simon Jocher zeigte eine mutige Fahrt auf der anspruchsvollen Piste und platzierte sich auf dem elften Rang. Dadurch hielt er die Hoffnung auf eine Top-Platzierung für das deutsche Duo am Leben. Sein Rückstand von 1,33 Sekunden auf die Spitze war eine solide Grundlage für den Slalomspezialisten Linus Straßer.

An der Spitze des Feldes entwickelte sich ein spannender Kampf. Zur Halbzeit führte der Italiener Giovanni Franzoni, der auf der legendären Stelvio-Abfahrt in Bormio die Bestzeit fuhr. Direkt dahinter positionierten sich allerdings gleich drei starke Schweizer Teams, was bereits auf einen packenden Zweikampf im Slalom hindeutete.

Die Entscheidung im Slalom der Ski Alpin Team-Kombination Männer

Der Slalom, dessen Kurs vom deutschen Trainer Bernd Brunner gesteckt wurde, brachte die endgültige Entscheidung. Das Schweizer Duo Franjo von Allmen und Tanguy Nef nutzte seine Chance eindrucksvoll. Nef zeigte einen starken Slalomlauf und konnte so die zur Halbzeit führenden Italiener Giovanni Franzoni und Alex Vinatzer noch abfangen. Vinatzer hielt dem Druck nicht stand, wodurch sein Team auf den siebten Rang zurückfiel.

Für Abfahrts-Olympiasieger von Allmen war es die zweite Goldmedaille dieser Spiele. Den zweiten Platz teilten sich zeitgleich zwei Teams: die Österreicher Vincent Kriechmayr und Manuel Feller sowie das Schweizer Duo Marco Odermatt und Loic Meillard. Obwohl der Weltcup-Führende Odermatt seine erste Medaille gewann, verpasste er erneut das erhoffte Gold.

Deutsches Duo hadert mit entscheidendem Fehler

Für Linus Straßer und Simon Jocher endete der Wettkampf mit einer Enttäuschung. Nach dem elften Platz von Jocher in der Abfahrt waren die Hoffnungen auf eine Platzierung unter den besten Fünf durchaus berechtigt. Allerdings leistete sich Straßer im entscheidenden Slalomlauf einen folgenschweren Fehler, der eine bessere Platzierung verhinderte.

Der 33-jährige Slalomspezialist begann seinen Lauf im oberen, steilen Teil sehr aggressiv und schwungvoll. Im flacheren Mittelteil geriet er jedoch kurzzeitig in Rückenlage. Dieser technische Fehler kostete ihn wertvolle Geschwindigkeit, weshalb er im Ziel nur die zweitbeste Zeit erreichte. Am Ende reichte es für das deutsche Team daher nur für den zehnten Platz.

Athletenstimmen: Zwischen Zufriedenheit und Enttäuschung

Nach dem Rennen zeigten sich die deutschen Athleten unterschiedlich zufrieden. Simon Jocher war mit seiner Leistung in der Abfahrt glücklich, denn er hatte seinem Teamkollegen eine gute Ausgangslage verschafft. Er betonte, dass der Team-Wettkampf ein cooles Event sei und er mit seiner Fahrt zufrieden sein könne.

Linus Straßer hingegen äußerte sich selbstkritisch über seinen Lauf. Er erklärte, dass er gut in den Slalom gestartet sei und einen stabilen Stand auf den Skiern hatte. Jedoch sei auf diesem Kurs ein fehlerfreies Fahren am absoluten Limit erforderlich. Man müsse den Ski ständig bergab laufen lassen und zugleich sehr sauber fahren. Einen Fehler, wie er ihm unterlaufen sei, dürfe man sich deshalb nicht erlauben, um vorne mitzufahren.

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