Landesmeisterschaften Berlin Brandenburg: Nachwuchs in Top-Form

Die Hallensaison der Leichtathletik nimmt an Fahrt auf und besonders die Nachwuchstalente sorgen für beeindruckende Ergebnisse. Bei den Offenen Meisterschaften von Berlin und Brandenburg in Potsdam zeigte Sprinterin Philina Schwartz am Sonntag erneut ihre herausragende Form. Damit nähert sie sich immer weiter der Norm für die Hallen-Weltmeisterschaften, während auch andere junge Athletinnen und Athleten mit starken Leistungen auf sich aufmerksam machten.

Die Sprint-Wettbewerbe bei den Landesmeisterschaften Berlin Brandenburg Leichtathletik standen ganz im Zeichen der Jugend. Insbesondere Philina Schwartz von Berlin Athletics bestätigte ihre Position als eine der schnellsten deutschen Sprinterinnen. Nachdem die 19-Jährige bereits vor zwei Wochen mit 7,22 Sekunden eine deutsche Jahresbestzeit aufgestellt hatte, konnte sie diese Leistung nun sogar noch verbessern.

Sprint-Talente Schwartz und Goretzka überzeugen

Bereits im Vorlauf über 60 Meter setzte Philina Schwartz ein klares Zeichen. Sie sprintete die Distanz in beeindruckenden 7,21 Sekunden und verbesserte damit ihre persönliche Bestzeit erneut. Dadurch fehlt ihr nur noch eine einzige Hundertstelsekunde, um die anspruchsvolle Norm für die Hallen-WM in Torun (Polen) zu erfüllen.

Im Finale traf sie auf eine starke Konkurrentin, mit der sie bereits im vergangenen Sommer im U20-EM-Finale stand. Obwohl ihre Zeit im Endlauf mit 7,26 Sekunden etwas langsamer war, sicherte sie sich souverän den Sieg. Den zweiten Platz belegte die erst 18-jährige Emma Goretzka vom LAC Berlin, die ebenfalls eine bemerkenswerte Leistungssteigerung zeigte. Sie verbesserte ihren Hausrekord aus dem Vorlauf von 7,38 auf hervorragende 7,31 Sekunden. Damit ist Goretzka, die erst Ende Dezember volljährig wurde, nun die zweitschnellste Sprinterin ihrer Altersklasse in Deutschland.

Neue Bestleistungen im Hochsprung

Auch in den technischen Disziplinen gab es ausgezeichnete Ergebnisse, wobei die Titel im Hochsprung beide an die LG Nord Berlin gingen. Am Samstag stellte Amdi Gaye mit übersprungenen 2,08 Metern eine neue persönliche Hallen-Bestleistung auf und gewann damit den Wettbewerb der Männer. Seine Vereinskollegin Ella Obeta zog am Sonntag nach und sicherte sich den Titel bei den Frauen.

Obeta, die erst zum Jahreswechsel von der LG Eckental nach Berlin gewechselt war, meisterte eine Höhe von 1,80 Metern. Die Vierte der U20-EM versuchte sich anschließend an einer neuen Bestleistung von 1,84 Metern, scheiterte jedoch knapp. Besonders erfreulich war der zweite Platz ihrer Teamkollegin Blessing Enatoh, die nach einer schweren Verletzung vor zwei Jahren mit 1,75 Metern einen weiteren erfolgreichen Schritt auf ihrem Weg zurück an die Spitze machte.

Mehrkämpfer Bartko testet Form, Routinier Spank überrascht

Für Mehrkämpfer Moritz Bartko vom SC Potsdam boten die Landesmeisterschaften Berlin Brandenburg Leichtathletik eine willkommene Gelegenheit, seine Form in mehreren Disziplinen zu testen. Der U20-EM-Teilnehmer trat in drei Wettbewerben an und konnte dabei überzeugen. Über die 60 Meter Hürden holte er sich in 8,30 Sekunden klar den Sieg.

Im Stabhochsprung erreichte Bartko mit 4,70 Metern den zweiten Platz. Er musste sich nur Nikolas Tietze vom SV Halle geschlagen geben, der mit einer neuen Bestleistung von 5,05 Metern glänzte. Auch im Kugelstoßen belegte Bartko mit einer Weite von 11,97 Metern im letzten Versuch den zweiten Rang. Der Sieg ging hier überraschend an einen Routinier: Raúl Spank, der WM-Dritte im Hochsprung von 2009, stieß die Kugel auf 12,52 Meter und zeigte, dass auch mit 37 Jahren noch mit ihm zu rechnen ist. Außerdem war der ehemalige Hochspringer auch im Stabhochsprung aktiv, wo er 4,40 Meter überquerte.

Generationen-Duell: 15-Jährige siegt über 1.500 Meter

Ein besonderes Highlight setzte die jüngste Siegerin in der Erwachsenenklasse. Mila Klein vom Berliner SV 1892, amtierende Deutsche U16-Meisterin über 1.500 Meter Hindernis, trat über die 1.500-Meter-Distanz an. Ganze 22 Jahre jünger als Raúl Spank, dominierte sie das Rennen gegen die deutlich ältere Konkurrenz.

In einer Zeit von 4:31,17 Minuten sicherte sich die hochtalentierte Läuferin den Sieg. Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, da sie erst zum Jahreswechsel von der Altersklasse W15 in die U18 aufgestiegen ist. Ihre Leistung lässt auf weitere spannende Wettkämpfe im Laufe des Jahres hoffen und unterstreicht die beeindruckende Talentdichte bei diesem Wettkampf.

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