Masters-Leichtathletik Erfolg mit 82: Das ist sein Rezept

Friedhelm Adorf von der LG Rhein-Wied beweist eindrucksvoll, dass Alter im Sport nur eine Zahl ist. Mit 82 Jahren sicherte er sich den dritten Platz bei der Wahl zum „Masters-Leichtathleten des Jahres“ und zeigt sich darüber sichtlich erfreut. Dieser Erfolg ist der jüngste Meilenstein in einer außergewöhnlichen Karriere, die auf Disziplin, Leidenschaft und einer klaren Lebensphilosophie basiert, denn sein Weg zum anhaltenden Masters-Leichtathletik Erfolg ist ebenso bemerkenswert wie seine Leistungen selbst.

Seine Bilanz im Jahr 2025 war herausragend, denn bei der Masters-EM auf Madeira trat er sechsmal an und gewann sechsmal Gold. Auch bei den Wettkämpfen in der Halle in Florida übertrafen seine Ergebnisse die eigenen Erwartungen. Obwohl er seit 2010 regelmäßig Medaillen von Welt- und Europameisterschaften mit nach Hause bringt, war eine solche goldene Ausbeute für ihn neu und ein besonderer Grund zur Freude.

Der späte Start einer beeindruckenden Karriere

Die außergewöhnliche Laufbahn von Friedhelm Adorf, die ihm bisher 13 Weltmeistertitel, 26 Europameistertitel und 31 Deutsche Meistertitel einbrachte, begann mit einem ungewöhnlichen Ansporn. Der Auslöser war die Aussicht auf einen ganz speziellen Siegerpreis bei einem Mitternachtslauf in seiner Heimatregion. Der Gewinner sollte nämlich in Wein aufgewogen werden, was Adorf als perfektes Geschenk für seinen bevorstehenden 60. Geburtstag ansah.

Allerdings traf er auf starke Konkurrenz, was seinen Ehrgeiz erst recht weckte. Nach diesem Erlebnis verlagerte er seinen Fokus auf kürzere Sprintstrecken. Dadurch begann er, sein Training systematischer und gezielter zu gestalten und an allen wichtigen Stellschrauben für den Erfolg zu drehen.

Was hinter dem Masters-Leichtathletik Erfolg steckt

Auch mit bald 83 Jahren fühlt sich Adorf körperlich topfit und bereit für weitere sportliche Höchstleistungen. Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung in der Uni-Klinik Köln im Rahmen einer ARD-Wissenssendung bestätigte seinen ausgezeichneten Zustand, was ihn selbst positiv überraschte und mit Stolz erfüllte. Sein Erfolgsrezept basiert auf einem harmonischen Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die er konsequent beachtet.

Zu den wichtigsten Säulen seines Erfolgs gehören:

  • Bewegung: Regelmäßiges und tägliches Training ist die Grundlage seiner Fitness.
  • Familie: Der Rückhalt und die Unterstützung seiner Familie geben ihm Kraft.
  • Gesundheit: Adorf achtet auf seinen Körper und hat das Glück, bis auf seine Hörgeräte kaum körperliche Einschränkungen zu haben.
  • Ernährung: Er legt großen Wert auf eine bewusste Ernährung. Aktuell hat er beispielsweise seinen Zuckerkonsum reduziert und verzichtet auf den täglichen Kuchen, um seine Leistung weiter zu optimieren.
  • Berufliche Tätigkeit: Neben dem Sport arbeitet er weiterhin in seiner Firma mit, was ihn zusätzlich aktiv hält.

Ein Vorbild über Generationen hinweg

Im Jahr 2025 wurden Friedhelm Adorf und seine Frau Eleonore Urgroßeltern. Diese neue Rolle motivierte ihn zusätzlich, zu zeigen, welche sportlichen Leistungen auch als Uropa noch möglich sind. Er und seine Frau werden oft als Vorbilder wahrgenommen, da ihre Vitalität und Aktivität in ihrem Alter viele Menschen beeindrucken.

Sein sportlicher Geist hat zudem auf die Familie abgefärbt. Alle drei seiner Enkel sind ebenfalls sportlich aktiv, was die Bedeutung von Bewegung als festen Bestandteil des Familienlebens unterstreicht.

Teamgeist und klare Prinzipien im Wettkampf

Während manche Athleten Einzeldisziplinen bevorzugen, sind Staffelläufe für Friedhelm Adorf eine Herzensangelegenheit. Er liebt den Mannschaftsgedanken und freut sich über jede Nominierung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Für ihn zählt dabei ausschließlich das Leistungsprinzip.

Die Besetzung einer Staffel sollte seiner festen Überzeugung nach nur auf Basis der erzielten Zeiten erfolgen. Persönliche Vorlieben oder andere Faktoren haben hier keinen Platz, denn es handelt sich um Meisterschaften, bei denen das bestmögliche Team antreten sollte. Diese klare Haltung vertritt er konsequent.

Ziele für 2026: Die Reise geht weiter

Ans Aufhören denkt der Ausnahmeathlet noch lange nicht, daher sind seine Pläne für das kommende Jahr bereits gemacht. Die internationalen Höhepunkte in Toruń und Daegu (Südkorea) stehen fest in seinem Kalender. Das Reisen verbindet er dabei gerne mit einem anschließenden Urlaub, denn er hat bereits viele Teile der Welt gesehen.

Besonders auf die Hallen-WM in Südkorea freut er sich, da er dieses Land noch nicht besucht hat. Obwohl seine Frau längere Flüge mittlerweile meidet, hat sie sich zur Mitreise durchgerungen. Sollte sie sich jedoch anders entscheiden, plant Adorf, einfach einen seiner Enkel mitzunehmen. Seine Teilnahme in Daegu ist für ihn fest beschlossene Sache.

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