Die Speicherung erfolgt auf kleinen Glasscheiben, die aus Quarzglas bestehen, einem sehr widerstandsfähigen Material. Während herkömmliche Festplatten oder SSDs nach einigen Jahren an Zuverlässigkeit verlieren, bleibt dieser Glasspeicher selbst bei extremen Bedingungen stabil. Dadurch eignet er sich hervorragend als eine Art digitales Fossil für zukünftige Generationen.
So funktioniert der 5D-Speicher aus Glas
Die Daten werden mithilfe eines Femtosekundenlasers in das Glas geschrieben. Ein Femtosekundenlaser sendet extrem kurze und intensive Lichtimpulse aus. Diese Impulse erzeugen winzige, nanometergroße Strukturen im Inneren des Glases, die als Voxel bezeichnet werden.
Die Bezeichnung „5D“ leitet sich von den fünf Dimensionen ab, in denen die Informationen kodiert werden. Neben den drei räumlichen Dimensionen (Länge, Breite, Höhe) der Voxel-Position kommen zwei weitere optische Dimensionen hinzu: die Polarisation und die Intensität des Laserlichts. Durch diese komplexe Methode lässt sich eine extrem hohe Datendichte erreichen.
Ein einzelner Datenträger von der Größe einer herkömmlichen CD könnte so bis zu 360 Terabyte an Daten fassen. Das entspricht der Speicherkapazität von hunderten modernen Festplatten. Um die gespeicherten Informationen wieder auszulesen, wird ein spezielles Mikroskop mit einem Polarisator verwendet, der die winzigen Strukturen im Glas analysiert.
Vorteile der ewigen Datenspeicherung
Der entscheidende Nutzen dieser Technologie liegt in ihrer Langlebigkeit. Die Glasspeicher sollen ihre Daten bei Raumtemperatur praktisch unbegrenzt halten können. Selbst bei einer Temperatur von bis zu 190 °C wird die Lebensdauer auf rund 13,8 Milliarden Jahre geschätzt, was dem Alter des Universums entspricht.
Außerdem ist das Material sehr robust gegenüber äußeren Einflüssen wie Hitze, Wasser und Strahlung. Diese Eigenschaften machen den 5D-Speicher aus Glas zu einer idealen Lösung für die Archivierung des gesamten Wissens der Menschheit. Museen, Bibliotheken, Nationalarchive oder auch große Unternehmen könnten davon profitieren.
Herausforderungen und Anwendungsbereiche
Obwohl die Technologie vielversprechend ist, steht sie noch vor einigen Hürden für den alltäglichen Gebrauch. Der Schreibprozess ist derzeit noch sehr langsam und energieaufwendig, weshalb er für private Nutzer unpraktisch wäre. Der Fokus liegt daher klar auf der professionellen Langzeitarchivierung.
Forscher arbeiten allerdings daran, die Schreibgeschwindigkeit zu erhöhen und das Verfahren effizienter zu gestalten. In Zukunft könnten solche Glasspeicher beispielsweise genutzt werden, um wichtige historische Dokumente, kulturelles Erbe oder wissenschaftliche Forschungsdaten sicher für die Nachwelt zu erhalten. Dadurch würde sichergestellt, dass wertvolle Informationen nicht durch den Verfall herkömmlicher Speichermedien verloren gehen.
