AVAS für Elektroautos: Neue Regeln machen E-Autos sicherer

Elektroautos sind für ihre leisen Motoren bekannt, was im Stadtverkehr jedoch ein Risiko für Fußgänger und Radfahrer darstellt. Daher gibt es neue Vorschläge, um das AVAS für Elektroautos, ein künstliches Fahrgeräusch, lauter und damit sicherer zu machen. Diese Anpassungen sollen die Verkehrssicherheit für alle Teilnehmer deutlich verbessern.

Wie funktioniert das Warnsystem AVAS?

Das Acoustic Vehicle Alerting System, kurz AVAS, ist ein System, das in Elektro- und Hybridfahrzeugen ein künstliches Geräusch erzeugt. Dieses Geräusch simuliert den Klang eines Verbrennungsmotors, wodurch leisere Fahrzeuge für andere Verkehrsteilnehmer akustisch wahrnehmbar werden. Es schaltet sich automatisch bei niedrigen Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/h sowie beim Rückwärtsfahren ein.

Die aktuellen Regelungen sehen vor, dass dieses Warnsignal einen Schallpegel zwischen 56 und 75 Dezibel haben muss. Allerdings wird dieser Wert oft als zu leise kritisiert, denn er geht in lauten Stadtumgebungen leicht unter. Die neuen Vorschläge zielen deshalb darauf ab, diese Untergrenze anzuheben.

Warum die Anpassung des AVAS für Elektroautos notwendig ist

Studien haben gezeigt, dass das Unfallrisiko mit Fußgängern bei leisen Elektro- und Hybridautos höher ist als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Insbesondere Menschen mit Sehbehinderungen sind auf akustische Signale im Straßenverkehr angewiesen, während auch Kinder oder unaufmerksame Personen die leisen Autos oft zu spät bemerken. Eine Erhöhung der Mindestlautstärke des AVAS könnte diese Gefahr erheblich verringern.

Experten fordern daher eine Anhebung des Geräuschpegels, damit die künstlichen Fahrgeräusche nicht mehr von alltäglichen Stadtgeräuschen überdeckt werden. Außerdem wird diskutiert, ob die Aktivierung des Systems über die bisherige Grenze von 20 km/h hinaus ausgedehnt werden sollte. Bei höheren Geschwindigkeiten sind die Rollgeräusche der Reifen zwar lauter, aber ein zusätzliches Warnsignal könnte die Sicherheit weiter steigern.

Konkrete Vorschläge für mehr Sicherheit

Im Kern der Diskussion steht die Anhebung der Mindestlautstärke des AVAS. Während die Obergrenze von 75 Dezibel bestehen bleiben soll, um übermäßige Lärmbelästigung zu vermeiden, könnte die Untergrenze angehoben werden. Dadurch wäre sichergestellt, dass das Warnsignal auch bei normalem Verkehrslärm gut hörbar ist.

Ein weiterer Vorschlag betrifft die Art des Geräuschs. Der Klang soll weiterhin einem Verbrennungsmotor ähneln, um eine intuitive Erkennung zu ermöglichen. Es wird außerdem geprüft, ob das System künftig dauerhaft aktiv sein muss, da es derzeit von Fahrern unter bestimmten Umständen noch deaktiviert werden kann.