Ein bifaziales Balkonkraftwerk bietet eine effiziente Möglichkeit, eigenen Solarstrom zu erzeugen und dadurch die Stromkosten zu senken. Solche Mini-Solaranlagen sind besonders für Mieter und Wohnungseigentümer interessant, da sie sich einfach am Balkongeländer, an der Hauswand oder auf einem Flachdach installieren lassen.
So funktioniert ein bifaziales Balkonkraftwerk
Herkömmliche Solarmodule fangen nur auf einer Seite Sonnenlicht ein. Ein bifaziales Balkonkraftwerk hingegen besitzt Solarzellen auf der Vorder- und Rückseite. Dadurch kann es nicht nur direkte Sonneneinstrahlung von oben, sondern auch reflektiertes Licht von der Umgebung nutzen, beispielsweise von hellen Hauswänden oder dem Boden.
Diese beidseitige Technologie ermöglicht es den Modulen, den Stromertrag deutlich zu erhöhen. Der erzeugte Gleichstrom wird anschließend von einem Wechselrichter in den haushaltsüblichen Wechselstrom umgewandelt. Danach fließt der Strom über eine Steckdose direkt in das eigene Stromnetz, wodurch er sofort für elektrische Geräte verfügbar ist.
Die Vorteile der doppelten Stromerzeugung
Der größte Vorteil bifazialer Module liegt in ihrer höheren Effizienz im Vergleich zu einseitigen Modellen. Je nach Standort und Reflexionsfläche kann der Mehrertrag bis zu 25 Prozent betragen. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn die Ausrichtung zur Sonne nicht optimal ist oder an bewölkten Tagen, an denen diffuses Licht dominiert.
Ein Set enthält in der Regel die Solarmodule und einen passenden Wechselrichter. Die Leistung des Wechselrichters ist dabei oft auf die gesetzlich erlaubte Einspeisegrenze von 600 oder zukünftig 800 Watt gedrosselt, obwohl die Module selbst eine höhere Spitzenleistung (Watt Peak) haben können. Dadurch wird auch bei schwächerem Licht eine konstante Stromproduktion sichergestellt.
Tipps zur optimalen Nutzung und Installation
Um den Ertrag zu maximieren, sollte das Balkonkraftwerk an einem möglichst sonnigen Ort ohne Verschattung montiert werden. Helle Oberflächen in der Umgebung, wie eine weiße Hauswand oder helle Bodenfliesen, verstärken den Effekt der bifazialen Module zusätzlich. Achten Sie außerdem auf einen sicheren und stabilen Halt der Konstruktion.
Vor der Inbetriebnahme muss die Anlage beim örtlichen Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Dieser Prozess ist mittlerweile stark vereinfacht und meist unkompliziert online durchführbar. Moderne Sets bieten oft WLAN-Funktionen, mit denen sich die Stromerzeugung bequem per App überwachen lässt.
