Epic Games Store Strategie – So will Epic Steam Paroli bieten

Der Epic Games Store strebt nicht länger danach, den Konkurrenten Steam vom Thron zu stoßen. Stattdessen setzt das Unternehmen auf eine durchdachte Epic Games Store Strategie der Koexistenz, um seinen Marktanteil im PC-Gaming-Sektor signifikant zu steigern. Obwohl Steam als dominierende Kraft anerkannt wird, sieht Epic-Manager Steve Allison erhebliches Wachstumspotenzial, das durch technische Verbesserungen, attraktive Anreize und faire Entwicklerkonditionen realisiert werden soll.

Aktuell verzeichnet die Plattform zwar rund 35 bis 40 Prozent der monatlich aktiven PC-Nutzer (MAU), generiert aber nur etwa 5 bis 8 Prozent der gesamten Ausgaben. Dieses Ungleichgewicht möchte Epic in den kommenden fünf Jahren korrigieren, denn das Ziel ist ein Marktanteil von 30 bis 40 Prozent. Das Wachstum soll dabei nicht mehr primär durch Exklusivtitel erfolgen, sondern dadurch, dass Spieler sich bewusst für den Kauf von Spielen im Epic Games Store entscheiden, die auch auf anderen Plattformen verfügbar sind.

Technische Generalüberholung als Fundament

Ein zentraler Kritikpunkt von Nutzern ist die technische Infrastruktur des Epic Games Store, die im Vergleich zu Steam weniger Funktionen und eine langsamere Performance bietet. Allison räumt diese Schwächen offen ein und beschreibt die bisherige Plattform als ein „Kartenhaus“, das ursprünglich nur für Spiele wie Fortnite konzipiert war. Deshalb hat das Unternehmen im vergangenen Oktober damit begonnen, das gesamte technische Fundament von Grund auf neu zu entwickeln.

Das Ergebnis dieser umfassenden Überarbeitung soll ein deutlich schnellerer Launcher sein, dessen Ladezeiten nahezu sofort erfolgen. Außerdem plant Epic, die sozialen Funktionen massiv auszubauen. Ein plattformübergreifender Text-Chat wurde bereits eingeführt, während Voice-Chat und spielunabhängige Gruppen-Chats folgen sollen. Dadurch können Freunde in Kontakt bleiben, auch wenn sie zwischen verschiedenen Spielen wechseln, was das Ökosystem insgesamt attraktiver macht.

Zusätzlich sind regionale Storefronts geplant. Diese ermöglichen es Spieleentwicklern, ihre Marketingbotschaften gezielter an lokale Märkte anzupassen. Dadurch können sie ihre Kampagnen im Epic Games Store ebenso differenziert gestalten wie auf anderen großen Plattformen, was von Partnern häufig nachgefragt wird.

Wachstum durch Anreize: So will Epic Spieler überzeugen

Das Programm für kostenlose Spiele bleibt ein wichtiger Baustein, um neue Nutzer zu gewinnen und bestehende zu halten. Die Strategie erweist sich als äußerst wirksam, denn bei rund 70 Prozent der verschenkten Titel wurde dadurch ein neuer Rekord an gleichzeitig aktiven Spielern auf dem PC erreicht. Die Vergabe von Hogwarts Legacy führte beispielsweise zu einem Allzeithoch von 78 Millionen monatlich aktiven Nutzern und brachte allein im Dezember fast sechs Millionen neue Spieler auf die Plattform.

Dem Vorwurf, dass Nutzer nur für die Gratis-Spiele kommen und kein Geld ausgeben, begegnet Epic mit konkreten Zahlen. Die Ausgaben für Titel von Drittanbietern stiegen im Jahr 2025 um 57 Prozent auf 400 Millionen US-Dollar an. Dennoch machen Epics eigene Spiele mit einem Gesamtumsatz von 1,16 Milliarden US-Dollar weiterhin den größten Anteil aus. Um die Verkäufe von Drittanbieter-Spielen weiter anzukurbeln, plant Epic eine neue Initiative: Spieler, die bestimmte Titel kaufen, erhalten als Bonus kostenlose kosmetische Gegenstände für Fortnite.

Faire Konditionen als Lockmittel: Die Strategie für Entwickler

Die größte Herausforderung für den Epic Games Store ist es, mehr Entwickler von der Plattform zu überzeugen. Obwohl das Angebot an Spielen stetig wächst, ist es mit rund 6.000 Titeln noch weit von den über 120.000 Spielen auf Steam entfernt. Um diesen Rückstand aufzuholen, setzt Epic auf äußerst großzügige finanzielle Bedingungen für Entwickler.

Anstatt der branchenüblichen Umsatzbeteiligung von 70/30 bietet Epic eine Aufteilung von 88/12, bei der 88 Prozent der Einnahmen direkt an die Entwickler gehen. Zusätzlich hat das Unternehmen eine neue Regelung eingeführt: Für die erste Million US-Dollar Umsatz pro Produkt und Jahr behalten Entwickler 100 Prozent der Einnahmen. Diese Regelung setzt sich jährlich zurück, sodass vor allem kleinere Studios, deren Spiele oft weniger Umsatz generieren, finanziell stark entlastet werden.

Die Epic Games Store Strategie zielt nicht mehr darauf ab, Entwickler zu exklusiven Veröffentlichungen zu drängen. Stattdessen sollen sie ermutigt werden, ihre Spiele parallel auf mehreren Plattformen anzubieten. Dieser Ansatz zeigt bereits Erfolg, denn mittlerweile erscheinen rund 70 Prozent der wichtigsten PC-Neuerscheinungen auch im Epic Games Store – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren.

Der Wettbewerb und die Zukunftsaussichten

Der kommenden Steam Machine von Valve, einer Mischung aus Konsole und PC, blickt Allison gelassen entgegen. Er betrachtet das Gerät weniger als direkte Bedrohung, sondern eher als ein Nischenprodukt für eingefleischte Steam-Nutzer. Seiner Ansicht nach könnte die Hardware sogar dazu beitragen, das PC-Gaming insgesamt zu stärken, anstatt den Marktanteil von Epic zu gefährden.

Ein weitaus größeres Wachstumspotenzial sieht Epic im mobilen Sektor. Durch neue Regulierungen öffnen sich die Märkte auf iOS und Android zunehmend für alternative App-Stores. Epic arbeitet bereits daran, seine verschiedenen Store-Versionen für PC, Mac, iOS und Android miteinander zu vernetzen. Dieser Schritt könnte der Plattform einen erheblichen Schub verleihen und das Ziel von 100 Millionen monatlich aktiven Nutzern auf dem PC in den nächsten vier Jahren unterstützen.

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