Melania-Doku Einspielergebnis: Amazon droht ein Millionenflop

Nach einem vielversprechenden Start an den Kinokassen ist das Einspielergebnis der Melania Dokumentation am zweiten Wochenende dramatisch eingebrochen. Die Einnahmen fielen um 67 Prozent, was die finanziellen Erfolgsaussichten des teuren Amazon-Projekts erheblich schmälert. Dadurch rückt die Frage in den Fokus, ob sich die massive Investition für das Unternehmen rechnen wird.

Der Film über die ehemalige First Lady Melania Trump spielte am zweiten Wochenende nur noch geschätzte 2,37 Millionen US-Dollar ein. Insgesamt hat die Dokumentation bisher 13,5 Millionen US-Dollar eingespielt, wobei der Großteil dieser Summe aus den USA stammt. Diese Zahlen deuten auf ein erhebliches finanzielles Risiko für den Streaming-Giganten Amazon hin.

Hohe Kosten und geringe Aussichten auf Gewinn

Amazon investierte eine beachtliche Summe in das Projekt, denn allein für die Akquise der Rechte wurden 40 Millionen US-Dollar gezahlt. Zusätzlich gab das Unternehmen weitere 35 Millionen US-Dollar für Marketing und Werbung aus. Die Gesamtkosten belaufen sich somit auf mindestens 75 Millionen US-Dollar.

Angesichts des starken Rückgangs der Ticketverkäufe ist es äußerst unwahrscheinlich, dass der Film diese Ausgaben allein durch die Kinoeinnahmen decken kann. Bereits vor der Veröffentlichung sorgte der hohe Preis für Diskussionen in der Branche. Ein ehemaliger Film-Manager von Amazon stellte öffentlich die Frage, ob hinter dem Kaufpreis andere Motive als rein wirtschaftliche Erwägungen stecken könnten, beispielsweise politische Interessen.

Ein Einbruch auch im direkten Branchenvergleich

Zwar verlangsamt sich der Kinokartenverkauf traditionell am Wochenende des Super Bowl, allerdings fiel der Rückgang bei der „Melania“-Dokumentation überdurchschnittlich stark aus. Zum Vergleich: Der an diesem Wochenende erfolgreichste Film, „Send Help“, verzeichnete lediglich einen Umsatzrückgang von 47 Prozent. Dadurch wird die schwache Performance des Amazon-Films noch deutlicher.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Kinocharts wider. Nachdem die Dokumentation am Eröffnungswochenende noch auf dem dritten Platz landete, stürzte sie in der zweiten Woche auf den neunten Platz ab. Der starke Abfall signalisiert ein schnell nachlassendes Interesse des Publikums.

Zwischen Kritiker-Verriss und auffälliger Publikumsbewertung

Die Rezeption des Films zeigt ein gespaltenes Bild, denn während die professionelle Filmkritik das Werk nahezu einstimmig negativ beurteilte, fielen die Publikumsreaktionen auf einigen Plattformen erstaunlich positiv aus. So erreichte der Film auf der bekannten Bewertungsseite Rotten Tomatoes eine Zustimmung von 99 Prozent durch das Publikum. Dieses Ergebnis war so außergewöhnlich hoch, dass sich die Betreiber der Webseite genötigt sahen, eine offizielle Erklärung abzugeben.

In dieser Stellungnahme versicherten sie, dass die Bewertung authentisch sei und nicht durch Manipulationen zustande kam. Dennoch bleibt eine deutliche Diskrepanz zwischen der Meinung der Fachpresse und einem Teil der Zuschauer, was die Debatte um den Film zusätzlich anheizt.

Amazons Reaktion auf das schwache Einspielergebnis der Melania Dokumentation

In Erwartung der Diskussionen um die enttäuschenden Zahlen veröffentlichte Amazon eine Stellungnahme seines Vertriebschefs. Darin betonte das Unternehmen, dass die Kinoauswertung und die spätere Veröffentlichung auf der eigenen Streaming-Plattform zwei getrennte, aber sich ergänzende Wertschöpfungsmomente darstellen. Man versucht also, den Fokus auf die Gesamtstrategie zu lenken.

Diese Strategie zielt darauf ab, die Wirkung des Films über beide Kanäle zu maximieren. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Performance im Streaming-Bereich die hohen initialen Kosten und die schwachen Kinoeinnahmen letztendlich rechtfertigen kann.

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