Tesla feuert Gehörlosen: Klage wegen Diskriminierung nach Hitze

Einem Fabrikarbeiter in der Tesla-Gigafactory in Austin, Texas, wurde gekündigt, nachdem er um eine Versetzung gebeten hatte. Der Grund für sein Gesuch waren die hohen Temperaturen an seinem Arbeitsplatz, welche die Funktion seiner Hörgeräte beeinträchtigten. Dieser Fall wirft erneut ein Licht auf die Arbeitsbedingungen beim Elektroautohersteller und führt nun zu einer Klage wegen Diskriminierung.

Hitze beeinträchtigte technische Hilfsmittel

Der betroffene Mitarbeiter, Hans Kohls, ist gehörlos und auf Hörgeräte angewiesen, um Alarme wahrzunehmen und mit Kollegen zu kommunizieren. Nach seiner Versetzung an die Gussmaschinen in der Fabrik stellte er fest, dass die dort herrschenden hohen Temperaturen zum wiederholten Ausfall seiner Hörgeräte führten. Die Hitze, die laut der Klageschrift den Industriestandard deutlich übersteigt, verursachte offenbar einen Defekt der Geräte durch übermäßige Schweißbildung.

Dadurch konnte der Mitarbeiter wichtige Sicherheitswarnungen und Durchsagen nicht mehr hören, was ein erhebliches Risiko darstellte. Obwohl er Vorgesetzte und die Personalabteilung mehrfach über dieses Problem informierte, geschah über einen Monat lang nichts. Erst nachdem er einen offiziellen Antrag auf eine angemessene Vorkehrung stellte und um die Versetzung in einen kühleren Bereich bat, reagierte das Unternehmen.

Die Kündigung durch Tesla als Folge des Versetzungsgesuchs

Anstatt dem Wunsch des Mitarbeiters nachzukommen, beurlaubte Tesla ihn zunächst. Kurze Zeit später erhielt er die Kündigung. Als Begründung gab das Unternehmen an, der Mitarbeiter habe eine bedrohliche und einschüchternde Sprache verwendet. Außerdem sei er respektlos gegenüber Vorgesetzten und Kollegen aufgetreten.

Diese Vorwürfe weist der Gekündigte entschieden zurück. Er gibt an, lediglich deutlich gemacht zu haben, dass die Verweigerung einer sicheren Arbeitsumgebung für ihn inakzeptabel sei. In seiner Klage argumentiert er daher, dass die Tesla Kündigung des gehörlosen Mitarbeiters einen diskriminierenden und vergeltenden Charakter habe, da sie unmittelbar auf seine Bitte um Anpassung der Arbeitsbedingungen folgte.

Klage wegen Diskriminierung eingereicht

Der ehemalige Tesla-Angestellte hat nun Klage eingereicht, denn er sieht sich aufgrund seiner Behinderung diskriminiert. Er fordert eine Entschädigung sowie die Übernahme der Anwalts- und Gerichtskosten. Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf den Umgang des Unternehmens mit Mitarbeitern, die auf besondere Arbeitsbedingungen angewiesen sind.

Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund wiederholter Kritik an den Arbeitsbedingungen in Tesla-Werken weltweit. Auch am deutschen Standort in Grünheide beklagen Mitarbeiter hohe Arbeitsbelastung und einen hohen Krankenstand. Die aktuelle Klage aus Texas könnte daher die Debatte um die Unternehmenskultur bei Tesla weiter befeuern.