Seit Jahren hat Nestlé Wasserquellen in Frankreich und der Schweiz mit verbotenen Verfahren behandelt, um eine gleichbleibende Qualität zu sichern. Diese Enthüllung kam durch Ermittlungen der französischen Behörden ans Licht, nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter auf die Missstände hingewiesen hatte. Der Konzern gab schließlich zu, auf diese Methoden zurückgegriffen zu haben, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.
Unerlaubte Behandlungen zur Sicherung der Wasserqualität
Natürliches Mineralwasser unterliegt strengen gesetzlichen Vorschriften, weshalb es seine ursprüngliche Reinheit behalten muss und direkt an der Quelle abgefüllt wird. Behandlungen, die die mikrobiologische Zusammensetzung des Wassers verändern, sind grundsätzlich verboten. Nestlé setzte jedoch unter anderem Aktivkohlefilter und UV-Behandlungen ein, also Verfahren, die für dieses Produktsegment nicht zulässig sind.
Der Konzern begründete diesen Schritt mit veränderten Umweltbedingungen, die zu punktuellen Verunreinigungen der Quellen geführt hätten. Während das Unternehmen betont, dass die Produkte für Konsumenten stets sicher waren, widersprechen die Methoden den strengen europäischen Richtlinien. Die Behörden wurden bereits 2021 informiert, allerdings erfuhr die Öffentlichkeit erst deutlich später von dem gesamten Ausmaß.
Weitreichende Folgen für den Konzern
Der Nestlé Wasser Skandal hat bereits jetzt Konsequenzen für den Konzern. Die Staatsanwaltschaft in Nanterre hat ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugs eingeleitet, während Nestlé die Produktion an einigen Abfüllanlagen stoppen und bestimmte Marken einstellen musste. Beispielsweise wird die Marke Vittel nicht mehr in Deutschland vertrieben, was der Konzern jedoch mit strategischen Entscheidungen begründet.
Die Affäre wirft ein kritisches Licht auf die Kontrollmechanismen und die Transparenz in der Lebensmittelindustrie. Verbraucherorganisationen kritisieren, dass die Behörden die Öffentlichkeit nicht früher über die Praktiken informiert haben. Dadurch entsteht ein Vertrauensverlust, der nicht nur Nestlé, sondern die gesamte Mineralwasserbranche treffen könnte, denn die Konsumenten zahlen für ein reines Naturprodukt.
