Diese verbesserte Reichweite ist vor allem auf einen neuen Akku zurückzuführen. Während Tesla bisher auf verschiedene Zellchemien setzte, kommt hier ein sogenannter Blade-Akku des chinesischen Herstellers BYD zum Einsatz. Dieser Akku basiert auf der LFP-Technologie, was für Lithium-Eisenphosphat steht. Solche Akkus sind bekannt dafür, dass sie ohne die umstrittenen Rohstoffe Kobalt und Nickel auskommen und außerdem als besonders langlebig und sicher gelten.
Neuer BYD-Akku als Herzstück des Tesla Model Y
Der entscheidende Faktor für die höhere Reichweite ist die neue Batterie von BYD. Im Vergleich zur bisherigen LFP-Version von CATL mit 60 Kilowattstunden (kWh) Speicherkapazität bietet der neue Akku nun 72 kWh. Dadurch steigt die nach dem chinesischen CLTC-Zyklus gemessene Reichweite von 554 auf 688 Kilometer an, was eine deutliche Verbesserung darstellt. Allerdings ist die Beschleunigung des Fahrzeugs mit 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h etwas langsamer als beim Vorgängermodell.
Neben dem reichweitenstärkeren Modell mit Hinterradantrieb bleibt die Allradversion „Long Range“ im Angebot. Diese schafft nach demselben Testzyklus sogar 821 Kilometer, nutzt dafür aber weiterhin die bisherigen Batteriezellen von LG. Preislich ist das neue Modell mit dem BYD-Akku leicht teurer als die bisherige Basisversion, bietet dafür aber eben auch eine erheblich größere Reichweite.
Vorteile der LFP-Technologie für den Alltag
Die Verwendung von LFP-Akkus bietet für Fahrerinnen und Fahrer klare Vorteile. Diese Batterien können regelmäßig und ohne Bedenken auf 100 Prozent aufgeladen werden, ohne dass die Lebensdauer darunter leidet. Bei anderen Batterietypen, wie den NMC-Akkus, wird hingegen empfohlen, sie im Alltag nur bis 80 oder 90 Prozent zu laden, um den Akku zu schonen. Dadurch ist die im Alltag nutzbare Reichweite bei LFP-Fahrzeugen oft näher an der theoretischen Maximalreichweite.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Robustheit und Sicherheit der LFP-Zellen. Sie gelten als weniger anfällig für thermisches Durchgehen, also eine unkontrollierte Überhitzung, was die Sicherheit des Fahrzeugs erhöht. Außerdem ist der Verzicht auf Kobalt und Nickel nicht nur ein ethischer und ökologischer Vorteil, sondern macht die Produktion der Akkus langfristig auch kostengünstiger.
Was die höhere Reichweite für Käufer bedeutet
Für potenzielle Käufer in China bedeutet die Einführung des neuen Tesla Model Y eine attraktive neue Option. Sie erhalten für einen moderaten Aufpreis ein Fahrzeug, das im Alltag und auf längeren Strecken mehr Flexibilität bietet. Die gesteigerte Reichweite reduziert die Notwendigkeit häufiger Ladestopps und macht das Elektroauto noch praxistauglicher.
Ob und wann diese spezielle Modellvariante mit dem BYD-Akku auch in Europa oder Deutschland verfügbar sein wird, ist bisher unklar. Oft testet Tesla neue Technologien und Konfigurationen zunächst auf dem chinesischen Markt. Sollte sich die Zusammenarbeit mit BYD bewähren, könnten diese Akkus zukünftig aber auch in den in Grünheide produzierten Fahrzeugen zum Einsatz kommen.
