Augentraining Gerät: Müde Augen vom Bildschirm einfach stärken

Die tägliche Nutzung von Smartphones und Computern fordert ihren Tribut: Viele Menschen leiden unter digitaler Augenbelastung, die sich durch trockene Augen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen äußert. Ein neues Augentraining Gerät namens Eyeary verspricht nun eine technologische Lösung für dieses wachsende Problem. Es wurde entwickelt, um die für das Scharfstellen verantwortliche Augenmuskulatur gezielt zu trainieren und so die Sehkraft im digitalen Zeitalter zu unterstützen.

Die stundenlange Bildschirmarbeit führt dazu, dass die Augenmuskeln dauerhaft angespannt sind, was langfristig zu einer Schwächung führen kann. Das südkoreanische Startup Edenlux hat daher eine Methode entwickelt, um diesen Muskeln gezielt Entspannung und Training zu ermöglichen und so die Sehkraft zu verbessern.

Die Ursache digitaler Augenbelastung verstehen

Im Inneren des menschlichen Auges befindet sich der Ziliarmuskel. Dieser kleine, aber entscheidende Muskel ist dafür verantwortlich, die Form der Augenlinse anzupassen, damit wir Objekte in unterschiedlichen Entfernungen scharf sehen können. Während wir auf einen nahen Bildschirm blicken, ist dieser Muskel permanent angespannt, um die Linse entsprechend zu krümmen.

Diese ununterbrochene Kontraktion über viele Stunden hinweg überlastet den Ziliarmuskel. In jungen Jahren ist der Muskel stark genug, um dies auszugleichen, doch mit der Zeit lässt seine Kraft nach. Die Folge sind Symptome wie Augenermüdung, verschwommenes Sehen und eine Verschlechterung der Kurzsichtigkeit, da der Muskel seine Flexibilität verliert.

Eyeary: Ein innovatives Augentraining Gerät als Lösung

Das Unternehmen Edenlux hat mit Eyeary ein Gerät entwickelt, das äußerlich einer gewöhnlichen Brille ähnelt. Im Gegensatz zum klobigeren Vorgängermodell Otus ist die neue Version leichter, komfortabler und technologisch fortschrittlicher. Es dient als Werkzeug für die tägliche visuelle Erholung und soll die Augenmuskulatur aktiv stärken.

Das Kernstück der Technologie ist ein komplexes Linsensystem mit 144 verschiedenen Dioptrien-Brennpunkten. Durch den schnellen und automatisierten Wechsel dieser Brennpunkte wird der Ziliarmuskel gezwungen, sich abwechselnd zusammenzuziehen und zu entspannen. Dieser Prozess funktioniert wie ein gezieltes Fitnessprogramm für das Auge und fördert dessen Flexibilität und Kraft.

Darüber hinaus lässt sich das Gerät via Bluetooth mit einer mobilen App verbinden. Die App sammelt Nutzungsdaten und übermittelt sie an die Server des Unternehmens. Dort analysiert eine künstliche Intelligenz die Datensätze, um individuelle Trainingsprogramme zu erstellen und den voraussichtlichen Verbesserungszeitraum für den Nutzer zu prognostizieren.

Von der persönlichen Erfahrung zur technologischen Innovation

Die Mission von Edenlux ist tief in der persönlichen Geschichte ihres Gründers verwurzelt. Dr. Sungyong Park, Arzt und Unternehmer, weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, die Kontrolle über die eigene Sehkraft zu verlieren. Während seiner Zeit als Militärarzt erlitt er nach einer Injektion eines Muskelrelaxans eine seltene Nebenwirkung: eine temporäre Lähmung seiner Augenmuskeln.

Die Ärzte rieten ihm, einfach abzuwarten, doch Park entschied sich für einen proaktiven Weg. Er importierte augenärztliche Spezialausrüstung und begann, seine Augenmuskulatur eigenständig zu trainieren. Nach einiger Zeit kehrte seine Sehkraft allmählich zurück, wodurch sich sein Verständnis für die Augengesundheit grundlegend veränderte. Diese Erfahrung motivierte ihn, Technologien zu entwickeln, die Menschen dabei helfen, ihre Sehkraft in einer bildschirmdominierten Welt zu schützen.

Markteinführung und strategische Ausrichtung

Für die Markteinführung in den USA plant Edenlux eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Finanziell ist das Unternehmen gut aufgestellt, denn es konnte bereits in früheren Finanzierungsrunden 39 Millionen US-Dollar und 60 Millionen US-Dollar einsammeln. Die Produkte fallen in die Wellness-Kategorie der US-Gesundheitsbehörde FDA, weshalb sie für allgemeines Augentraining vermarktet werden dürfen.

Um den US-Markt besser bedienen zu können, hat Edenlux kürzlich eine Tochtergesellschaft in Dallas, Texas, gegründet, wo die Endmontage der Geräte stattfinden wird. Langfristig prüft das Unternehmen außerdem Partnerschaften mit großen Technologiekonzernen wie Apple oder Samsung. Ziel ist es, die eigene Technologie zum Schutz der Augen direkt in deren Geräte zu integrieren.

Ein umfassendes Ökosystem für die Sinnesorgane

Eyeary ist nur ein Teil eines größeren Produkt-Ökosystems, das Edenlux zur Behandlung verschiedener, durch digitale Geräte verursachte Probleme entwickelt. Das Unternehmen sieht sich dabei in einer ähnlichen Position wie Anbieter von Wearables wie dem Oura-Ring, die ebenfalls menschliche Daten sammeln und per Software aufbereiten.

Während sich andere auf Herzfrequenz oder Schlaf konzentrieren, fokussiert sich Edenlux auf die Gesundheit von Augen und Ohren. Zur geplanten Produktpalette gehören unter anderem:

  • Tearmore: Ein Gerät zur Behandlung von trockenen Augen.
  • Lux-S: Entwickelt für die Anwendung bei Strabismus (Schielen).
  • Lumia: Ein Produkt zur Vorbeugung von Kurzsichtigkeit.
  • Heary: Ein Gerät zur Unterstützung der Gehörerholung.

Mit diesem breiten Ansatz will das Unternehmen die Ursachen von Augen- und Hörproblemen direkt angehen, die durch die übermäßige Nutzung digitaler Geräte entstehen. Die Zielgruppe umfasst dabei praktisch alle Menschen, die regelmäßig Smartphones und Kopfhörer verwenden.

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