Airbus plant, die Flugzeugproduktion weiter hochzufahren, steht dabei jedoch vor erheblichen Hürden. Der neue Chief Commercial Officer, Lars Wagner, räumte kürzlich schwerwiegende Airbus Produktionssteigerung Probleme ein. Obwohl das Unternehmen seine Lieferziele für das Jahr 2025 übertreffen konnte, belastet der immense Druck auf das gesamte Zuliefernetzwerk die ambitionierten Pläne des europäischen Herstellers.
Diese Herausforderungen erfordern eine sorgfältige Steuerung, damit die steigende Nachfrage der Airlines bedient werden kann, ohne die Stabilität der Lieferketten zu gefährden. Wagner betonte, dass eine nachhaltige Lösung der bestehenden Engpässe Priorität hat. Dadurch soll die Zuverlässigkeit für Kunden langfristig gesichert werden.
Das gesamte Ökosystem steht unter Druck
Lars Wagner, der seit Anfang 2026 die Verkehrsflugzeugsparte von Airbus leitet, bezeichnete die Situation als ein „Ökosystem unter Druck“. Als größtes und dringendstes Hindernis identifizierte er die mangelnde Haltbarkeit bei wichtigen Flugzeugtriebwerken. Konkret betreffen die Schwierigkeiten die Getriebefan-Triebwerke, auch als Geared Turbofan (GTF) bekannt, des Herstellers Pratt & Whitney.
Diese modernen Antriebe kommen in den weit verbreiteten Modellfamilien A320neo und A220 zum Einsatz. Ein schwerwiegender Herstellungsfehler im Pulvermetall, das für die Turbinenscheiben verwendet wird, führt allerdings zu einem vorzeitigen Verschleiß. Aus diesem Grund müssen zahlreiche Fluggesellschaften wie Wizz Air oder IndiGo ihre Flugzeuge außerplanmäßig am Boden halten, was zu erheblichen Störungen im Flugbetrieb führt und voraussichtlich auch 2026 andauern wird.
Wagner stellte deshalb klar, dass die Lösung dieser Dauerhaftigkeitsprobleme oberste Priorität hat. Erst wenn hier eine verlässliche Lösung gefunden ist, kann die Produktion verantwortungsvoll weiter beschleunigt werden.
Produktionsziele 2025 erreicht, aber mit Hindernissen
Trotz der bekannten Schwierigkeiten gelang es Airbus, seine Produktionszahlen in den vergangenen Jahren schrittweise zu steigern. Im Jahr 2025 lieferte der Hersteller insgesamt 793 Flugzeuge aus, was einem monatlichen Durchschnitt von 67 Maschinen entspricht. Während diese Zahl deutlich über den Ergebnissen der Jahre direkt nach der Corona-Pandemie liegt, erreicht sie noch nicht das Vorkrisenniveau von 863 Auslieferungen aus dem Jahr 2019.
Zudem hatte Airbus für 2025 ursprünglich ein ehrgeizigeres Ziel von 820 Auslieferungen angestrebt. Dieses musste jedoch im Laufe des Jahres auf 790 Maschinen korrigiert werden, da es Qualitätsprobleme bei Zulieferern gab, insbesondere bei Rumpfteilen für die A320-Familie. Im Vergleich dazu verzeichnete auch der Konkurrent Boeing eine Erholung und lieferte im selben Zeitraum 600 Flugzeuge aus – die höchste Zahl seit 2018.
Die Zukunft des A220: Hoffnung auf eine größere Variante
Parallel zu den aktuellen Sorgen gibt es intensive Diskussionen über die Zukunft der A220-Modellreihe. Fluggesellschaften, die stark auf diesen Flugzeugtyp setzen, wie beispielsweise airBaltic, äußern seit Längerem den Wunsch nach einer gestreckten Version. Diese wird in der Branche häufig als A220-500 bezeichnet und könnte für Airlines eine effiziente Alternative zu älteren A320- oder Boeing 737-Maschinen darstellen.
Während sich Airbus offiziell noch nicht zur Entwicklung des Modells verpflichtet hat, signalisierte Wagner seine persönliche Unterstützung für einen größeren A220. Aktuell bietet der Hersteller zwei Varianten an: den A220-100 für bis zu 135 Passagiere und den größeren A220-300 für maximal 160 Fluggäste. Ein A220-500 könnte laut Branchenspekulationen bis zu 180 Passagiere befördern und potenziell auch eine höhere Reichweite erzielen.
Allerdings steht einer schnellen Umsetzung ein entscheidendes Hindernis im Weg, denn das gesamte A220-Programm ist noch nicht profitabel. Airbus-Chef Guillaume Faury warnte davor, eine neue Variante auf den Markt zu bringen, bevor das Programm schwarze Zahlen schreibt, da dies ein hohes finanzielles Risiko wäre.
Airbus Produktionssteigerung Probleme: Die zentralen Herausforderungen
Die Schwierigkeiten bei der geplanten Produktionssteigerung lassen sich auf mehrere Kernbereiche zurückführen, die Airbus bewältigen muss:
- Triebwerksprobleme: Die mangelnde Langlebigkeit der Pratt & Whitney GTF-Triebwerke stellt das größte technische und operative Hindernis dar. Eine nachhaltige Lösung ist entscheidend für die Stabilität der weltweiten A320neo- und A220-Flotten.
- Störungen in der Lieferkette: Wiederkehrende Qualitätsmängel und Lieferengpässe bei Zulieferern, wie die Probleme mit Rumpfsektionen zeigten, bremsen die Fertigung und erfordern eine ständige Anpassung der Produktionsziele.
- Rentabilität des A220-Programms: Bevor über eine Erweiterung der A220-Familie nachgedacht wird, muss das bestehende Programm wirtschaftlich erfolgreich sein. Nur so lassen sich weitere hohe Investitionen rechtfertigen.
- Balance zwischen Nachfrage und Kapazität: Airbus muss den Spagat schaffen, die hohe globale Nachfrage nach neuen Flugzeugen zu bedienen, ohne die bereits stark beanspruchte Lieferkette zu überlasten. Dies erfordert eine vorsichtige und schrittweise Steigerung der Raten.
Airbus bleibt zwar dem Ziel einer schrittweisen Produktionserhöhung verpflichtet, insbesondere bei den Langstreckenflugzeugen. Der Fokus liegt jedoch klar darauf, zuerst die bestehenden Probleme in der Lieferkette zu lösen und die Produktqualität zu sichern. Erst wenn dieses Fundament stabil ist, kann der Flugzeugbauer seine ambitionierten Wachstumspläne vollständig und zuverlässig umsetzen.
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