Urologie Sulzbach Schließung: Was Patienten jetzt wissen müssen

Die angekündigte Urologie Sulzbach Schließung sorgt für große Verunsicherung bei zahlreichen Patientinnen und Patienten im Saarland. Ende März schließt die urologische Abteilung der Knappschaftsklinik, weshalb viele Betroffene nun dringend eine medizinische Anschlussversorgung benötigen. Allerdings gestaltet sich die Suche nach neuen Behandlungsplätzen schwierig, da die Kapazitäten bei anderen Anbietern bereits stark ausgelastet sind.

Patienten fühlen sich im Stich gelassen

Die Situation ist für viele Betroffene dramatisch, insbesondere für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Ein Beispiel ist der 77-jährige Michael Reckel, bei dem vor vier Jahren Blasen- und Prostatakrebs festgestellt wurde. Er ist auf eine regelmäßige Nachsorge angewiesen, denn sein Katheter muss alle vier bis fünf Wochen gewechselt werden.

Von der Schließung erfuhren er und seine Frau aus den Medien, was für beide ein großer Schock war. Erst auf direkte Nachfrage teilte die Klinik ihnen mit, dass sie sich selbstständig um eine alternative Versorgung kümmern müssten. Dieses Vorgehen hinterlässt bei vielen das Gefühl, allein gelassen zu werden in einer ohnehin schon belastenden Lebensphase.

Andere Kliniken und Praxen an der Belastungsgrenze

Die Suche nach einem neuen Urologen oder einer passenden Klinik gestaltet sich als äußerst schwierig. Viele Patienten können nicht einfach zu einem anderen Krankenhaus wechseln, weil dort die Kapazitäten erschöpft sind. Das Klinikum Saarbrücken erklärte auf Anfrage, dass die Versorgungsmöglichkeiten sowohl personell als auch infrastrukturell an ihre Grenzen stoßen.

Die Uniklinik Homburg verweist ebenfalls auf eine angespannte Lage und stimmt sich eng mit anderen Kliniken und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ab. Laut der Uniklinik sollte die ambulante Versorgung, also Behandlungen ohne Krankenhausaufenthalt, vor allem durch die niedergelassenen Fachärzte in ihren Praxen sichergestellt werden. Ob diese jedoch die zusätzlichen Patienten aufnehmen können, bleibt unklar.

Die Gründe für die Schließung der Urologie

Die Geschäftsleitung der Knappschaftsklinik begründete die Entscheidung zur Schließung mit mehreren Faktoren. Zum einen seien die Patientenzahlen in der Abteilung zuletzt rückläufig gewesen. Zum anderen verfüge die Abteilung über eine schlechtere technische Ausstattung im Vergleich zu spezialisierten Fachabteilungen an anderen Standorten.

Darüber hinaus stützt sich die Klinik auf die Ergebnisse einer Fachstudie, die von Gesundheitsminister Magnus Jung vorgestellt wurde. Diese Studie zur Krankenhausreform prognostiziert für die kommenden zehn Jahre einen weiteren Rückgang stationärer urologischer Behandlungen um mehr als ein Drittel. Demnach werden immer mehr Eingriffe ambulant durchgeführt, wodurch der Bedarf an Krankenhausbetten sinkt.

Politik sucht nach einer Lösung

Während die Zeit drängt, hat sich auch die Politik des Themas angenommen. Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) versicherte, dass er mit Hochdruck an einer tragfähigen Lösung für die betroffenen Patientinnen und Patienten arbeite. Viele Betroffene wie Michael Reckel hoffen nun, dass diese Bemühungen schnell zu einem Ergebnis führen.

Die Ungewissheit bleibt für sie eine große Belastung. Sie sind auf eine kontinuierliche medizinische Betreuung angewiesen und fühlen sich in ihrer Notlage allein gelassen, während sie gleichzeitig um ihre Gesundheit fürchten müssen.

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