Nachrichten Baden-Württemberg heute: Streik legt Flüge lahm

Reisende und Pendler müssen sich am Donnerstag auf erhebliche Einschränkungen im Flugverkehr einstellen, denn die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat zu einem Warnstreik bei der Lufthansa aufgerufen. Diese und weitere aktuelle Nachrichten aus Baden-Württemberg heute umfassen außerdem den Einzug des SC Freiburg ins DFB-Pokal-Halbfinale sowie einen Großeinsatz der Feuerwehr in Mannheim nach einem Brand.

Warnstreik bei Lufthansa trifft Stuttgart am Donnerstag

Für Flugreisende gibt es schlechte Nachrichten, da am Donnerstag voraussichtlich keine Lufthansa-Flüge am Flughafen Stuttgart starten werden. Der Grund dafür ist ein bundesweiter Warnstreik, zu dem die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) aufgerufen hat. Neben Stuttgart sind auch die Flughäfen in Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover von dem Arbeitskampf betroffen.

Derzeit ist noch unklar, wie viele Verbindungen von und nach Stuttgart genau ausfallen werden. Laut regulärem Flugplan gibt es täglich jeweils 14 Ankünfte und Abflüge der Lufthansa. Passagiere sollten sich daher dringend vor Reiseantritt über den Status ihres Fluges informieren und gegebenenfalls alternative Reisemöglichkeiten prüfen.

Hintergründe des Arbeitskampfes und doppelte Belastung

Auslöser für den Streik sind die festgefahrenen Verhandlungen über die betriebliche Altersvorsorge der Piloten. Dabei handelt es sich um die vom Arbeitgeber zugesagten Rentenleistungen, über deren zukünftige Gestaltung Uneinigkeit herrscht. Die Gewerkschaft möchte mit dem Warnstreik den Druck auf die Unternehmensleitung erhöhen, um ein besseres Angebot zu erzielen.

Zusätzlich erschwert ein weiterer Arbeitskampf die Lage. Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) ruft im selben Zeitraum ebenfalls das Kabinenpersonal der Lufthansa CityLine zu einem Warnstreik auf. Dadurch sind nicht nur die Cockpit-Besatzungen, sondern auch die Flugbegleiter im Ausstand, was die Durchführung des Flugbetriebs zusätzlich lähmt.

Aktuelle Polizei- und Rettungsmeldungen aus dem Land

In Schrozberg im Kreis Schwäbisch Hall kam es zu einer schrecklichen Tat, bei der ein Mann seine 38-jährige Ehefrau erschossen hat. Der mutmaßliche Täter wurde kurz nach den Schüssen festgenommen, während die Hintergründe der Tat noch völlig unklar sind. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, um die genauen Umstände zu klären.

Ebenfalls im Kreis Schwäbisch Hall ereignete sich ein tödlicher Verkehrsunfall. Zwischen Crailsheim und Ilshofen geriet ein Autofahrer aus ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn und stieß frontal mit einem Lastwagen zusammen. Der Fahrer des Pkw verstarb noch an der Unfallstelle, weshalb die Landesstraße 2218 für die Bergungsarbeiten gesperrt werden musste.

In Mannheim brach in der Nacht ein Feuer vor einem Mehrfamilienhaus aus, nachdem ein Sperrmüllhaufen in Brand geraten war. Als Ursache wurde ein technischer Defekt an einem nahegelegenen Stromkasten ermittelt. Die Bewohner des Hauses wurden vorsorglich evakuiert, konnten jedoch nach den Löscharbeiten wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Verletzt wurde niemand, allerdings entstand ein Sachschaden von rund 50.000 Euro an Fahrzeugen und der Hausfassade.

Politik, Gesellschaft und Tarifkonflikte in Baden-Württemberg

Die Landtagswahl am 8. März rückt näher und die politische Landschaft zeigt sich vielfältig. Neben den sechs etablierten Parteien wurden 15 weitere kleinere Mitbewerber zur Wahl zugelassen. Eine Neuerung ist außerdem die Einführung der Erst- und Zweitstimme, wodurch das Parlament von derzeit 154 Mitgliedern anwachsen könnte.

Im Vorfeld der Wahl kündigte der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir an, Unternehmen im Fall eines Wahlsiegs von Bürokratie befreien zu wollen. Sein Vorschlag eines „Effizienzgesetzes“ sieht vor, bis zum Jahr 2027 alle Berichtspflichten für Firmen ersatzlos zu streichen. Außerdem sprach er sich für eine stärkere Positionierung der EU gegenüber China aus und forderte unter dem Motto „Buy European“ eine Bevorzugung europäischer Zulieferer.

Unterdessen gehen die Streiks im öffentlichen Dienst weiter. In Heidelberg, Tübingen und Karlsruhe demonstrierten rund 1.900 Beschäftigte für bessere Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaften ver.di und GEW fordern sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro pro Monat, um insbesondere die unteren Lohngruppen zu stärken.

Ein laufender Gerichtsprozess sorgt ebenfalls für Aufsehen. Nach dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch eines Mädchens nahe dem Erlebnisbad Rulantica erheben die Eltern schwere Vorwürfe gegen den Europa-Park. Sie gaben an, dass das Personal des Bades bei der Suche nach ihrem verschwundenen Kind nicht geholfen habe, weshalb die Tat möglicherweise hätte verhindert werden können.

Der Wolf im Schwarzwald bleibt ein zentrales Thema

Die Präsenz des Wolfes in Baden-Württemberg beschäftigt weiterhin die Behörden und die Öffentlichkeit. In Egenhausen im Kreis Calw wurde nun durch die Untersuchung von Abstrichproben eindeutig ein Wolf nachgewiesen. Ob es sich dabei um ein bereits bekanntes oder ein neues Tier handelt, wird derzeit noch analysiert.

Gleichzeitig reagiert das Land auf das gestiegene Interesse an den Tieren. Im Nationalpark Schwarzwald werden neue Schilder aufgestellt, die vor „Wolfstourismus“ warnen. Sie appellieren an Besucher, sich den Tieren nicht zu nähern und sie nicht zu stören. Wer Wildtiere füttert oder ihnen nachstellt, muss mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro rechnen, denn die Scheu der Wölfe vor dem Menschen soll unbedingt erhalten bleiben.

Sportliche Erfolge und weitere Kurzmeldungen

Große Freude herrscht beim SC Freiburg, denn der Verein steht nach einem dramatischen Sieg gegen Hertha BSC im Halbfinale des DFB-Pokals. Die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen, das die Freiburger mit 6:5 für sich entscheiden konnten. Zuvor stand es nach der Verlängerung 1:1.

Im Wintersport feierte die Skirennfahrerin Emma Aicher vom SC Mahlstetten einen weiteren Erfolg. Gemeinsam mit ihrer Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann gewann sie die Silbermedaille in der Team-Kombination. Aicher überzeugte dabei mit einer beeindruckenden Aufholjagd im Slalom.

Am Ulmer Hauptbahnhof kam es am Abend zu erheblichen Störungen im Zugverkehr. Wegen eines defekten Bauteils im Stellwerk standen die Züge für drei Stunden still, sodass hunderte Fahrgäste festsaßen. Das Wetter in Baden-Württemberg zeigt sich heute von seiner nassen Seite, denn eine Regenfront sorgt landesweit für Niederschlag bei Temperaturen zwischen 7 und 14 °C.

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