Sportgroschen Sachsen-Anhalt: Wie Profis den Breitensport fördern

In Sachsen-Anhalt stärkt eine neue Initiative den Zusammenhalt im Sport, denn mit dem Sportgroschen Sachsen-Anhalt unterstützen Profivereine gezielt den Breitensport. Das simple, aber wirkungsvolle Prinzip sieht vor, dass von jedem verkauften Ticket der teilnehmenden Topclubs zehn Cent in einen Fördertopf fließen. Dadurch entsteht eine direkte finanzielle Brücke zwischen dem Profisport und der wichtigen Nachwuchsarbeit an der Basis.

Die von der Stiftung Sport in Sachsen-Anhalt ins Leben gerufene Aktion soll den Leistungs-, Nachwuchsleistungs- und Breitensport im Land dauerhaft und nachhaltig fördern. Die Premiere des Projekts fand kürzlich bei einem Heimspiel des Handball-Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV statt, wo die Einnahmen erstmals für den guten Zweck gesammelt wurden. Somit wird die Solidarität im Sport des Landes greifbar und messbar gemacht.

So funktioniert der Sportgroschen Sachsen-Anhalt

Das Konzept hinter dem Sportgroschen ist bewusst einfach gehalten, um eine breite Beteiligung zu ermöglichen. Bei jeder verkauften Eintrittskarte für ein Heimspiel der Partnervereine werden automatisch zehn Cent für die Initiative abgeführt. Diese Gelder sammelt die Stiftung Sport Sachsen-Anhalt treuhänderisch und verteilt sie anschließend an kleinere Vereine sowie an Projekte im Nachwuchs- und Breitensport.

Die Mittelverwendung ist dabei klar definiert, denn das Geld soll dort ankommen, wo es am dringendsten benötigt wird. Gefördert werden beispielsweise die Anschaffung von Trainingsmaterial, die Finanzierung von Fahrten zu Wettkämpfen oder die Unterstützung ehrenamtlicher Trainer. Somit leistet jeder Fan mit seinem Ticketkauf einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zur sportlichen Vielfalt und Zukunftssicherung in der Region.

Diese Vereine zeigen Solidarität

Die Initiative wird von Beginn an von einigen der bekanntesten Vereine des Bundeslandes getragen. Dieses starke Bündnis sichert dem Projekt eine hohe Sichtbarkeit und ein solides finanzielles Fundament. Während der Handball-Zweitligist Dessau-Roßlauer HV den Anfang machte, haben sich bereits weitere Schwergewichte dem Projekt angeschlossen.

Zu den prominenten Unterstützern des Sportgroschens gehören unter anderem:

  • Der 1. FC Magdeburg (Fußball)
  • Der SC Magdeburg (Handball)
  • Der SV Union Halle-Neustadt (Handball der Frauen)
  • Der Boxstall SES Sport
  • Der Dessau-Roßlauer HV (Handball)

Die Beteiligung dieser Clubs ist ein klares Signal, denn sie erkennen ihre Verantwortung für die sportliche Basis an. Durch ihre Teilnahme stellen sie sicher, dass auch zukünftig Talente aus dem Breitensport den Sprung in die Spitze schaffen können. Die Organisatoren rechnen daher mit einem jährlichen Spendenaufkommen im mittleren fünfstelligen Bereich.

Erwartete Einnahmen und positive Resonanz

Die Prognosen für den Sportgroschen sind vielversprechend. Aufgrund der hohen Zuschauerzahlen der beteiligten Vereine erwarten die Verantwortlichen jährliche Einnahmen, die einen signifikanten Unterschied für den Breitensport machen können. Ein mittlerer fünfstelliger Betrag pro Jahr würde es ermöglichen, zahlreiche Projekte gezielt und unbürokratisch zu unterstützen.

Besonders erfreulich ist die positive Reaktion der Fans, die das Projekt von Anfang an mittragen. Viele Zuschauer sehen die Abgabe von zehn Cent nicht als Zusatzkosten, sondern als sinnvollen Beitrag zur Stärkung der sportlichen Gemeinschaft. Ein Fan äußerte sich vor dem ersten Spiel in Dessau-Roßlau treffend, dass der Nachwuchs aus dem Breitensport komme und man diesen aktiv fördern müsse, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.

Eine Brücke zwischen Profi- und Breitensport

Helmut Kurrat, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sport und Leiter des Olympiastützpunktes Sachsen-Anhalt, betont die symbolische Bedeutung der Initiative. Der Sportgroschen verwirklicht die oft geforderte Solidarität zwischen dem hochprofessionellen Sport und den olympischen sowie paralympischen Disziplinen auf lokaler Ebene. Es entsteht ein Kreislauf, bei dem der Erfolg der Profis direkt der Basis zugutekommt.

Darüber hinaus stärkt das Projekt das Bewusstsein für die wechselseitige Abhängigkeit, denn ohne einen gesunden und gut finanzierten Breitensport gäbe es langfristig keinen erfolgreichen Profisport. Die Aktion ist somit mehr als nur eine finanzielle Unterstützung; sie ist ein klares Bekenntnis zur Einheit des Sports in Sachsen-Anhalt.

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