Nachrichten BW: Mercedes-Gewinneinbruch, Streik und Unwetter

Der Tag in Baden-Württemberg ist von wirtschaftlichen Sorgen, umfassenden Polizeieinsätzen und einer akuten Unwetterwarnung geprägt. Während der Automobilkonzern Mercedes-Benz einen drastischen Gewinneinbruch meldet, legt ein Streik der Lufthansa den Flugverkehr in Stuttgart teilweise lahm. Diese und weitere aktuelle Nachrichten aus Baden-Württemberg zeigen ein facettenreiches Bild der Lage im Land.

Wirtschaftsnachrichten aus dem Land

Der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz hat seine Jahresbilanz für 2025 vorgelegt und muss einen erheblichen Rückgang des Gewinns verzeichnen. Das Konzernergebnis brach im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte ein, denn es sank von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von rund 49 Prozent und stellt den Konzern vor neue Herausforderungen.

Parallel dazu beeinträchtigt ein Streik der Lufthansa den Flugverkehr am Stuttgarter Flughafen erheblich. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) rief zum Arbeitskampf auf, weil sie bessere Konditionen für die betriebliche Altersvorsorge fordert. Infolgedessen wurden sämtliche Zubringerflüge der Kernmarke Lufthansa nach Frankfurt und München gestrichen. Reisende der Lufthansa-Tochter Eurowings sind von den Maßnahmen allerdings nicht betroffen, da deren Betrieb planmäßig weiterläuft.

Polizei im Einsatz: Ermittlungen und Festnahmen

Nach entscheidenden Hinweisen aus den USA hat die Polizei in Baden-Württemberg mehrere Durchsuchungen wegen des Verdachts auf Kinderpornografie durchgeführt. Die Einsätze fanden unter anderem in den Kreisen Calw, Freudenstadt und im Enzkreis statt, wobei die sechs Tatverdächtigen im Alter von 17 bis 62 Jahren laut den Ermittlern nicht in Verbindung zueinander stehen. Die Beamten stellten zahlreiche Datenträger wie Laptops, Festplatten und Mobiltelefone sicher.

Für die Suche nach versteckten Speichermedien kam auch ein spezieller Datenträgerspürhund zum Einsatz. Bei einem der Beschuldigten in Horb am Neckar entdeckten die Einsatzkräfte außerdem Gegenstände, die unter das Waffengesetz fallen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern weiterhin an, während das sichergestellte Material ausgewertet wird.

In Schrozberg im Landkreis Schwäbisch Hall kam es zu einer tödlichen Gewalttat. Ein Mann steht im Verdacht, seine Ehefrau erschossen zu haben. Er wurde noch am Tatort festgenommen und sitzt mittlerweile auf Anordnung eines Haftrichters in Untersuchungshaft. Weitere Details zum Tathergang oder den Hintergründen nannten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen bislang nicht.

Zu erheblichen Störungen im Bahnverkehr führte ein verdächtiger Gegenstand an der Bahnstrecke zwischen Mannheim und Schwetzingen. Die Strecke musste für mehrere Stunden gesperrt werden, wodurch es zu zahlreichen Umleitungen kam. Spezialkräfte der Bundespolizei stellten schließlich fest, dass es sich um eine ungefährliche Spielzeug-Handgranate handelte.

Soziale Themen und politische Debatten in BW

In Stuttgart hat die kurzfristige Kündigung des Vertrags zwischen der Stadt und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) für die Schulbegleitung weitreichende Konsequenzen. Rund 150 Kinder mit Behinderung, die auf eine sogenannte Eingliederungshilfe im Unterricht angewiesen sind, können die Schule vorerst nicht mehr besuchen. Eine von ihnen ist die neunjährige Noemi, deren Alltag sich dadurch vollständig verändert hat und ihre Familie vor große organisatorische Probleme stellt.

Die Stadtverwaltung erklärte, sie arbeite „mit Hochdruck“ an einer Lösung für die betroffenen Familien. Die Situation verdeutlicht die Abhängigkeit von funktionierenden Betreuungsstrukturen. Derweil hat sich CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen geäußert. Er sprach sich gegen ein generelles Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren aus, befürwortete jedoch strengere Regeln für die Handynutzung in Schulen.

Außerdem positionierte sich Hagel klar zur Debatte um Teilzeitarbeit. Er kritisierte den Begriff „Lifestyle-Teilzeit“ und betonte die Wichtigkeit von Teilzeit- und Minijobs als Ergänzung für den Arbeitsmarkt, insbesondere für junge Eltern. In Freiburg eskalierte unterdessen eine Demonstration gegen eine Wahlkampfveranstaltung der AfD, an der rund 1.800 Menschen teilnahmen. Eine Gruppe von etwa 100 Vermummten versuchte gewaltsam, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen, woraufhin die Polizei mehrere Personen vorläufig festnahm.

Unwetterwarnung für den Schwarzwald

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt eindringlich vor ergiebigem Dauerregen und möglichen Überflutungen in Baden-Württemberg. Besonders betroffen ist der Schwarzwald, wo bis Freitagmorgen Niederschlagsmengen von bis zu 120 Litern pro Quadratmeter erwartet werden. Solche Regenmengen können Bäche und Flüsse rasch ansteigen lassen.

Zusätzlich zum Regen beschleunigt die milde Witterung die Schneeschmelze, was die Hochwassergefahr weiter erhöht. Der DWD warnt vor einer großen Gefahr für Leib und Leben, da Straßen und Keller überflutet werden könnten. Außerdem bestehe die Möglichkeit von Erdrutschen, weshalb die Behörden zu besonderer Vorsicht aufrufen.

Weitere Nachrichten aus Baden-Württemberg

In Langenau im Alb-Donau-Kreis kam es zu einem Unfall zwischen einer Regionalbahn und einem Lastwagen. Der Lkw war aufgrund eines technischen Defekts auf einem Bahnübergang liegen geblieben. Glücklicherweise war der Tanklaster leer und die rund 20 Fahrgäste im Zug sowie die beiden Fahrer blieben unverletzt.

Die Stuttgarter Wilhelma trauert erneut um einen ihrer Koalas. Das Weibchen Scarborough musste wegen einer Anämie eingeschläfert werden und ist bereits das dritte Tier, das der Zoo in kurzer Zeit verloren hat. Während bei Scarborough die genaue Ursache unklar ist, starben die beiden anderen Koalas an einer durch Bakterien ausgelösten Lungenentzündung. Das Artenschutz-Zuchtprogramm ist dadurch zwar eingeschränkt, kann aber fortgeführt werden.

Aus Sorge vor den strengen US-Einreisebestimmungen hat ein Ulmer Gymnasium einen geplanten Schüleraustausch in die USA abgesagt. Die Schulleitung begründete die Entscheidung mit der Befürchtung, dass Schülerinnen und Schüler aufgrund ihres Aussehens Probleme mit den Einwanderungsbehörden bekommen könnten. Bereits zuvor hatte eine Schule aus Müllheim eine geplante USA-Reise aus ähnlichen Gründen storniert.

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