In Hamburg müssen sich Fahrgäste in dieser Woche auf erhebliche Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der Hamburger Hochbahn sowie der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) zu einem mehrtägigen Warnstreik im Busverkehr aufgerufen. Dieser führt seit dem frühen Dienstagmorgen zu massiven Ausfällen und Verspätungen, weshalb Pendlerinnen und Pendler dringend alternative Routen prüfen sollten.
Auswirkungen des Streiks bei der Hamburger Hochbahn
Die Arbeitsniederlegung bei der Hamburger Hochbahn hat am Dienstag um 3 Uhr begonnen und soll für 24 Stunden andauern. Während dieses Zeitraums ist der Busbetrieb stark eingeschränkt, da die Gewerkschaft die Betriebshöfe Alsterdorf, Hummelsbüttel und Langenfelde bestreikt. Die Hochbahn teilte mit, dass dadurch zahlreiche Linien vollständig ausfallen, während bei anderen ein stark reduziertes Grundangebot geprüft wird.
Für Fahrgäste bedeutet dies eine unsichere Verkehrslage. Obwohl das Unternehmen versucht, einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten, ist die Verlässlichkeit stark eingeschränkt. Eine positive Nachricht gibt es allerdings für Familien und Schüler: Die Schulbuslinien sollen nach Angaben der Hochbahn planmäßig verkehren.
Diese Hochbahn-Buslinien sind vom Warnstreik betroffen
Die Hochbahn hat eine detaillierte Übersicht der betroffenen Linien veröffentlicht. Einige Verbindungen werden definitiv nicht bedient, während auf anderen Strecken möglicherweise ein instabiler Teilbetrieb stattfindet. Fahrgäste sollten sich daher vor Fahrtantritt unbedingt über ihre Verbindung informieren.
Auf jeden Fall vom Streik betroffen sind folgende Linien:
- 4, 5, 6, 7, 17, 18, 19, 20, 24, 26, 30, 37
- 111, 115, 170, 172, 174, 176, 177, 179, 181, 183
- 214, 218, 270, 276, 277, 292
- 375, 391
- 603, 606, 607, 613, 616, 617, 624
- X86
Ein eingeschränkter und unregelmäßiger Betrieb ist auf diesen Linien möglich:
- 12, 16, 23, 25, 28, 31
- 105, 150, 168, 171, 180, 191
- 250, 261
- X22, X27
Am Mittwoch folgt der Streik bei den VHH-Bussen
Die Arbeitsniederlegungen setzen sich am Mittwoch bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) fort. Dadurch werden vor allem Fahrgäste im Osten Hamburgs sowie in den angrenzenden schleswig-holsteinischen Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn betroffen sein. Die Gewerkschaft ver.di hat angekündigt, die VHH-Betriebshöfe in Bergedorf, Rahlstedt, Glinde, Billbrook, Geesthacht und Lauenburg zu bestreiken.
Auch die VHH planen, die nicht am Streik beteiligten Fahrerinnen und Fahrer gezielt auf den Schulbuslinien einzusetzen. Somit soll der Schülerverkehr so weit wie möglich aufrechterhalten werden. Dennoch müssen sich Fahrgäste auf weitreichende Ausfälle im regulären Linienverkehr einstellen.
Folgende VHH-Linien sind für Mittwoch vom Streik angekündigt:
- X3, X30, X21, X32, X33, X80, X81, X82
- 2, 3, 29, 32, 119, 120, 122, 124, 127, 130, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139
- 220, 221, 222, 223, 224, 225, 226, 227, 228, 230, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 256
- 320, 321, 322, 325, 327, 328, 329, 330, 332, 333, 335, 336, 337, 338, 339, 362
- 422, 424, 427, 428, 430, 432, 433, 436, 437, 438, 439, 462
- 524, 527, 530, 533, 534, 535, 536, 537, 539, 562, 576
- 609, 610, 619, 629, 729, 733, 735, 736, 737, 776
- 4400, 4402, 8108, 8521, 8522, 8524, 8526, 8800, 8862, 8882, 8884, 8890, 8891, 8892, 8893, 8894, 8895, 8896, 8897
Hintergründe des Tarifkonflikts und Alternativen für Fahrgäste
Grund für die Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen zwischen ver.di und den Verkehrsunternehmen. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Hochbahn eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent. Laut ver.di hat die Arbeitgeberseite in der vergangenen Verhandlungsrunde jedoch noch kein Angebot vorgelegt. Bei der VHH gibt es zwar ein Angebot, dieses wird von der Gewerkschaft allerdings als unzureichend bewertet.
Die Hamburger Hochbahn reagierte mit Unverständnis auf die Ankündigung. Arbeitsdirektorin Saskia Heidenberger bezeichnete den Streik als „unnötig und nicht konstruktiv“, da bereits ein konkreter Fahrplan für weitere Verhandlungen am 20. und 24. Februar vereinbart sei. Die Gewerkschaft sieht die Arbeitsniederlegung hingegen als notwendiges Mittel, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.
Für Fahrgäste gibt es während der Streiktage dennoch Möglichkeiten, mobil zu bleiben. Die S-Bahnen in Hamburg sind von den Arbeitsniederlegungen nicht betroffen und verkehren planmäßig. Ebenso fahren die Hafenfähren der HADAG ohne Einschränkungen. Auch die U-Bahnen fahren am Dienstag, allerdings hat ver.di angekündigt, diese ebenfalls noch zu bestreiken. Unklar ist bislang, ob dies am Mittwoch oder Donnerstag geschehen wird.
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