Das Tiefdruckgebiet „Leonie“ sorgt für winterliche Straßenverhältnisse in weiten Teilen Norddeutschlands. Nach einer Nacht mit teils kräftigem Schneefall und gefährlichem Eisregen besteht eine erhöhte Glättegefahr in Norddeutschland. Die Wetterlage führt bereits zu erheblichen Verkehrsproblemen und Schulausfällen, weshalb Autofahrer zu besonderer Vorsicht aufgerufen sind.
Vor allem zwischen Hannover und Hamburg hat es intensiv geschneit, wobei die Temperaturen um den Gefrierpunkt für große, nasse Flocken sorgen. Dieser sogenannte pappige Schnee ist besonders schwer und kann die Lage zusätzlich erschweren. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für mehrere Regionen Warnungen herausgegeben, denn die Gefahr bleibt akut.
Schneemassen und spiegelglatte Straßen in Niedersachsen
Besonders die Osthälfte Niedersachsens ist seit der Nacht von starkem Schneefall betroffen. Meteorologen rechnen mit Neuschneemengen zwischen drei und zehn Zentimetern. Da die Temperaturen nahe null Grad liegen, mischt sich unter den Schnee immer wieder Sprüh- oder Eisregen, der Straßen in spiegelglatte Fahrbahnen verwandelt. Dadurch kann es im gesamten Bundesland zu extrem gefährlichen Bedingungen kommen.
Die Konsequenzen sind bereits spürbar, denn wichtige Verkehrsadern wie die Bundesstraße 4 zwischen Lüneburg und Gifhorn mussten an mehreren Stellen gesperrt werden. Am frühen Morgen kam es bereits zu Unfällen, so überschlug sich ein Pkw auf schneeglatter Fahrbahn, glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt. Die Polizei meldet zwar noch keine gravierenden Zwischenfälle, warnt aber eindringlich vor spiegelglatten Nebenstraßen, beispielsweise in Oldenburg.
Aufgrund der extremen Witterungsbedingungen haben einige Landkreise den Präsenzunterricht an Schulen abgesagt. So findet in den Kreisen Hameln-Pyrmont und Celle heute kein regulärer Unterricht statt, während berufsbildende Schulen auf Distanzunterricht umgestellt haben. Dadurch sollen Schülerinnen und Schüler vor gefährlichen Schulwegen geschützt werden.
Winterdienst in Hamburg im Dauereinsatz
In Hamburg zeigt das Tiefdruckgebiet „Leonie“ seine volle Wirkung. Wetterexperten erwarten, dass der Schneefall dort den gesamten Tag andauern wird, auch wenn die stärksten Niederschläge bis zum Mittag nachlassen sollen. Allerdings ist bis in die Abendstunden mit Schneegriesel zu rechnen, was die Glättegefahr weiter aufrechterhält.
Die Hamburger Stadtreinigung hat daher ihre gesamte Flotte mobilisiert. Seit der Nacht sind rund 730 Einsatzkräfte mit mehr als 360 Fahrzeugen unterwegs, um die Straßen befahrbar zu halten. Der Fokus liegt dabei auf den Hauptverkehrsstraßen und den Strecken des öffentlichen Busverkehrs. Bislang konnten durch den schnellen Einsatz größere glättebedingte Unfälle in der Hansestadt verhindert werden.
Unwetterwarnung vor extremem Glatteis im Nordosten
In Schleswig-Holstein stellt sich die Lage etwas anders dar, denn dort sorgt mildere Luft von der Ostsee für eine Mischung aus Regen und Schneeregen. Vor allem entlang der Küste fällt der Niederschlag meist als Regen. Im Landesinneren bleibt die Gefahr von überfrierender Nässe jedoch bestehen.
Für Mecklenburg-Vorpommern hat der DWD hingegen eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben. Hier droht gefrierender Regen, der auf den kalten Boden trifft und sich sofort in eine gefährliche Eisschicht verwandelt. In den westlichen Teilen des Landes wird sogar vor „extremem Glatteis“ gewarnt, weshalb besondere Vorsicht geboten ist.
Prognose: Anhaltende Glättegefahr in Norddeutschland
Experten gehen davon aus, dass die winterlichen Bedingungen den Berufsverkehr in der gesamten Region erheblich beeinträchtigen werden. Das Hauptproblem sind die Straßen, da die Räumdienste nicht überall gleichzeitig sein können. Im Gegensatz zum letzten Wintereinbruch werden auf der Schiene weniger Probleme erwartet, denn die Temperaturen sind nicht tief genug, um Weichen in großem Stil einfrieren zu lassen.
Die Wetterprognose verspricht vorerst keine Entspannung. Der Schnee wird voraussichtlich bis Ende der Woche liegen bleiben, da die Tagestemperaturen um den Gefrierpunkt pendeln und nachts wieder in den Frostbereich sinken. Dieser ständige Wechsel aus Tauen und Gefrieren wird die Straßenverhältnisse unberechenbar machen und die Glättegefahr in Norddeutschland weiter hochhalten. Erst zum Wochenende hin deuten die Wettermodelle auf eine leichte Milderung hin.
Behörden warnen: Betreten von Eisflächen ist lebensgefährlich
Unabhängig von der Situation auf den Straßen warnen Polizei und Feuerwehr eindringlich davor, zugefrorene Seen, Teiche oder andere Gewässer zu betreten. Die Eisschicht ist trotz der kalten Nächte an vielen Stellen noch zu dünn und daher extrem brüchig. Die Tragfähigkeit des Eises ist von außen nicht erkennbar und kann sich innerhalb weniger Meter stark verändern.
Schon wenige Schritte auf einer unsicheren Eisfläche können ausreichen, um einzubrechen und in akute Lebensgefahr zu geraten. Auch die Hamburger Umweltbehörde schließt sich dieser Mahnung an. Es wird dringend empfohlen, ausschließlich offiziell freigegebene und präparierte Eisflächen zu nutzen, um schwere Unfälle zu vermeiden.
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