Glätte in MV durch Eisregen: Unfälle, Staus und Busausfälle

Das Tiefdruckgebiet „Leonie“ hat in der Nacht zu Montag für gefährliche Straßenverhältnisse in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns gesorgt. Durch den einsetzenden Eisregen und die Glätte in MV kam es landesweit zu erheblichen Behinderungen im Verkehr, zahlreichen Unfällen und Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr. Eltern sollten sich daher über die Situation an den Schulen ihrer Kinder informieren, denn vielerorts fällt der Busverkehr aus.

Die spiegelglatten Straßen führten dazu, dass zahlreiche Busunternehmen den Betrieb vorübergehend einstellten. Dadurch wollten sie sowohl die Fahrgäste als auch ihre Mitarbeiter schützen. Vielerorts konnten die Fahrzeuge die Depots nicht sicher verlassen oder Mitarbeiter kamen selbst nicht zur Arbeit.

Wie Eisregen für spiegelglatte Straßen sorgt

Die Ursache für die extreme Glätte ist ein meteorologisches Phänomen, das durch Tief „Leonie“ ausgelöst wurde. Dabei fällt Regen auf den seit Tagen gefrorenen Boden. Dieser unterkühlte Boden sorgt dafür, dass die Wassertropfen beim Aufprall sofort gefrieren und sich ein gefährlicher Eispanzer bildet. Meteorologen warnen, dass diese Wetterlage über viele Stunden anhalten kann, wodurch die Eisschicht stetig dicker wird.

Zusätzlich erschwert nachfolgender Schneefall die Situation. Der Schnee legt sich auf die bereits vorhandene Eisschicht und verdeckt diese, was die Rutschgefahr unberechenbar macht. Prognosen zufolge könnten in Mecklenburg-Vorpommern bis zum Nachmittag zwischen drei und acht Zentimetern Neuschnee fallen. In Westmecklenburg sind sogar Neuschneemengen von bis zu 13 Zentimetern möglich, was die Lage weiter verschärft.

Massive Auswirkungen auf Verkehr und Alltag durch Eisregen und Glätte in MV

Die gefährlichen Straßenverhältnisse hatten bereits in den frühen Morgenstunden gravierende Folgen. So kam es auf mehreren Autobahnen und Landstraßen zu Unfällen. Beispielsweise war die A24 in Richtung Berlin nach einem Lkw-Unfall zwischen Zarrentin und Wittenburg zeitweise gesperrt, was zu langen Staus führte. Außerdem ereigneten sich Unfälle auf der A19 bei Güstrow und auf der A20 zwischen Tribsees und Bad Sülze. Glücklicherweise blieb es laut Polizeiangaben bisher überwiegend bei Blechschäden.

Besonders der öffentliche Personennahverkehr war stark betroffen. Zahlreiche Verkehrsgesellschaften sahen sich gezwungen, ihren Dienst einzustellen oder stark einzuschränken. Zu den betroffenen Unternehmen gehören unter anderem:

  • Die Mecklenburgisch-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft (MVVG), die den Betrieb zunächst bis 9 Uhr einstellte.
  • Die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) und die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald (VVG), die den gesamten Linien-, Schüler- und Rufbusverkehr bis auf Weiteres stoppten.
  • Das Verkehrsunternehmen Rebus, das die südlichen Bereiche um Güstrow, Bützow und Teterow nicht mehr anfuhr.
  • Auch in Rostock, Schwerin und im Gebiet der Anklamer Verkehrsgesellschaft kam es zu massiven Verspätungen und Ausfällen.

Während die Winterdienste unermüdlich im Einsatz waren, um die Hauptverkehrsadern wie Bundesstraßen und Autobahnen zu streuen, blieben viele Nebenstrecken spiegelglatt und damit extrem gefährlich.

Regelungen für den Schulbesuch bei extremen Wetterlagen

Obwohl einige Schulen, wie die Grundschule in Jarmen und die Fleesenseeschule Malchow, den Präsenzunterricht für Montag absagten und eine Notbetreuung einrichteten, blieben die Schulen im Land grundsätzlich geöffnet. Das Bildungsministerium überlässt die Entscheidung über den Schulweg den Erziehungsberechtigten. Wenn der Weg zur Schule aufgrund der Witterung unzumutbar oder zu gefährlich ist, können Eltern ihre Kinder telefonisch oder per E-Mail vom Unterricht abmelden.

Diese Regelung stellt sicher, dass kein Kind einem unnötigen Risiko ausgesetzt wird. Volljährige Schülerinnen und Schüler dürfen sich in einem solchen Fall selbst entschuldigen. Die Landkreise und kreisfreien Städte behalten sich außerdem vor, den Schülerverkehr je nach lokaler Wetterlage eigenständig einzuschränken, worüber sie gesondert informieren.

Ausblick: Glättegefahr bleibt in den kommenden Tagen bestehen

Eine schnelle Entspannung der Wetterlage ist nicht in Sicht. Die Temperaturen bewegen sich zwar tagsüber um den Gefrierpunkt zwischen null und zwei Grad Celsius, allerdings bleiben die Nächte frostig. Der gefallene Neuschnee wird daher liegen bleiben und in Verbindung mit nächtlicher Kälte weiterhin für Glätte sorgen. Autofahrer und Fußgänger müssen also auch in der Nacht zum Dienstag und in den folgenden Tagen mit rutschigen Straßen und Gehwegen rechnen.

Wetterexperten gehen davon aus, dass die Temperaturen erst Anfang Februar wieder milder werden könnten. Bis dahin ist weiterhin höchste Vorsicht geboten, denn der Mix aus Schnee, Eis und Nachtfrost sorgt für eine anhaltend unberechenbare Situation auf den Verkehrswegen in Mecklenburg-Vorpommern.

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