Fahrgäste in Hamburg benötigen heute starke Nerven, denn der Warnstreik in Hamburg heute legt große Teile des öffentlichen Nahverkehrs lahm. Die Gewerkschaft ver.di hat ihre Mitglieder zu einem umfassenden Arbeitskampf aufgerufen, der vor allem die U-Bahnen und zahlreiche Buslinien betrifft. Dadurch kommt es seit den frühen Morgenstunden zu erheblichen Einschränkungen für Pendlerinnen und Pendler.
Der Streik begann um 3 Uhr nachts und soll nach aktuellen Plänen bis Donnerstagmorgen um 3 Uhr andauern. Betroffen sind sowohl die Hamburger Hochbahn AG als auch die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), weshalb die Auswirkungen im gesamten Stadtgebiet sowie im Umland spürbar sind.
U-Bahn-Ausfall und eingeschränkter Busbetrieb
Seit 3 Uhr morgens stehen alle vier U-Bahnlinien in der Hansestadt still. Die Hochbahn teilte mit, dass sie prüft, ob im Laufe des Tages ein eingeschränkter Betrieb auf einzelnen Streckenabschnitten wieder aufgenommen werden kann. Eine verlässliche Planung ist für Fahrgäste hier jedoch zunächst nicht möglich.
Zusätzlich zum U-Bahn-Verkehr sind auch viele Buslinien vom Warnstreik betroffen. Schwerpunkte der Arbeitsniederlegungen sind die Hochbahn-Busse südlich der Elbe sowie die VHH-Busse im Osten Hamburgs und in den angrenzenden Kreisen Schleswig-Holsteins.
Diese Buslinien sind vom Warnstreik in Hamburg heute betroffen
Die Hochbahn hat eine detaillierte Liste der voraussichtlich ausfallenden Buslinien veröffentlicht. Besonders im Hamburger Süden müssen sich Fahrgäste auf erhebliche Einschränkungen einstellen, da hier zahlreiche Hochbahn-Buslinien betroffen sind. Folgende Linien fahren voraussichtlich gar nicht:
- 13, 40, 42, 140, 141, 143, 145, 146, 150, 151, 152, 153, 154, 156, 157
- 241, 245, 250, 251, 254
- 340, 345, 349, 350, 351, 354, 355
- 443, 450, 451, 543, 640, 641, X40, X46
Auf den Linien 43, 155 und 554 wird es laut Hochbahn außerdem nur ein stark eingeschränktes Angebot geben. Alle nicht genannten Buslinien sowie die wichtigen Schulbuslinien sollen hingegen nach dem regulären Fahrplan verkehren, sodass zumindest der Weg zur Schule sichergestellt werden kann.
Auch die VHH meldet weitreichende Ausfälle. Hier konzentriert sich der Streik auf die Betriebshöfe Bergedorf, Rahlstedt, Glinde, Billbrook, Geesthacht und Lauenburg. Folglich sind vor allem der Hamburger Osten sowie die Kreise Lauenburg und Stormarn betroffen. Die VHH setzt Fahrerinnen und Fahrer, die nicht am Streik teilnehmen, vorrangig auf Schulbuslinien ein. Die Liste der bestreikten Linien ist lang:
- X3, X30, X21, X32, X33, X80, X81, X82
- 2, 3, 29, 32
- 119, 120, 122, 124, 127, 130, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139
- 220, 221, 222, 223, 224, 225, 226, 227, 228, 230, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 256
- sowie zahlreiche weitere Linien im 300er, 400er, 500er, 600er, 700er, 4000er und 8000er Nummernkreis.
Alternativen und Informationen für Fahrgäste und Schüler
Trotz der weitreichenden Ausfälle gibt es für Pendlerinnen und Pendler einige Alternativen. Die S-Bahnen in Hamburg sind vom aktuellen Streik nicht betroffen und verkehren nach Fahrplan. Sie stellen daher eine wichtige Ausweichmöglichkeit dar. Ebenso sind die HADAG-Fähren im Hafen wie gewohnt unterwegs.
Für Schülerinnen und Schüler gilt eine besondere Regelung. Die Hamburger Schulbehörde hat klargestellt, dass die Präsenzpflicht bestehen bleibt. Eine Abmeldung vom Unterricht ist nur dann möglich, wenn der Schulweg objektiv unzumutbar oder die Schule faktisch nicht erreichbar ist. Eltern sollten dies im Einzelfall prüfen und entscheiden.
Hintergrund: Darum wird gestreikt
Hintergrund des Arbeitskampfes sind die andauernden Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und den Verkehrsunternehmen. Ver.di fordert für die Beschäftigten der Hochbahn eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent, während die Arbeitgeberseite in der letzten Verhandlungsrunde noch kein konkretes Angebot vorgelegt habe. Bei der VHH gibt es zwar ein Angebot, dieses wird von der Gewerkschaft jedoch als nicht zufriedenstellend bewertet.
Die Hochbahn reagierte mit Unverständnis auf die Streikwelle. Arbeitsdirektorin Saskia Heidenberger bezeichnete den Streik als „unnötig und nicht konstruktiv“, da man sich bereits auf einen festen Fahrplan für weitere Verhandlungen geeinigt habe. Die nächsten Gespräche sind für den 20. und 24. Februar angesetzt. Wichtig ist zudem die Information, dass diese Verhandlungen unabhängig vom kürzlich erzielten Tarifabschluss im öffentlichen Dienst der Länder stattfinden, der andere Beschäftigtengruppen betrifft.
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