Ein weitreichender Lufthansa Streik in Frankfurt hat in der Nacht begonnen und legt große Teile des Flugbetriebs am größten deutschen Drehkreuz lahm. Sowohl die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) als auch die Kabinengewerkschaft Ufo haben ihre Mitglieder zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Infolgedessen streicht die Airline hunderte Verbindungen, weshalb zehntausende Passagiere von den Ausfällen betroffen sind.
Der Streik begann pünktlich um 00:01 Uhr und soll den gesamten Tag andauern, was zu massiven Störungen im Flugplan führt. Die Auswirkungen sind besonders in Frankfurt spürbar, da die Lufthansa hier rund 70 Prozent aller Flugbewegungen verantwortet. Die Terminals bleiben daher heute ungewöhnlich leer.
Auswirkungen des Streiks auf den Flugbetrieb
Die Lufthansa rechnet allein am Standort Frankfurt mit dem Ausfall von rund 450 Flügen. Ursprünglich waren für den heutigen Tag insgesamt 1.074 Starts und Landungen mit etwa 140.000 Reisenden geplant. Durch den Streik bleiben zahlreiche Jets der Lufthansa und ihrer Tochtergesellschaft Lufthansa CityLine am Boden, sodass der Flugplan drastisch reduziert werden musste.
Das Unternehmen äußerte sein Bedauern über die Unannehmlichkeiten für die Fluggäste und kritisierte die extrem kurzfristige Ankündigung des Arbeitskampfes. Die Lufthansa bezeichnete die Maßnahme als unverhältnismäßig und forderte die Gewerkschaften auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Passagiere wurden dringend gebeten, nicht ohne eine bestätigte Flugverbindung zum Flughafen zu kommen und stattdessen die digitalen Informationskanäle zu nutzen.
Die Hintergründe: Warum wird gestreikt?
Die Gründe für den Arbeitskampf sind vielschichtig, denn Piloten und Flugbegleiter verfolgen unterschiedliche Ziele. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) fordert für ihre rund 4.800 Mitglieder höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Einer entsprechenden Urabstimmung hatten die Mitglieder bereits im Herbst mit großer Mehrheit zugestimmt, während die Gewerkschaft bisher auf einen Streik verzichtet hatte.
Die Kabinengewerkschaft Ufo hingegen hat ihre knapp 20.000 Mitglieder ohne vorherige Urabstimmung zu einem Warnstreik aufgerufen. Ihr Ziel ist es, Tarifverhandlungen für die Kerngesellschaft Lufthansa und die Regionaltochter CityLine zu erzwingen. Insbesondere bei der CityLine befürchtet Ufo den Abbau von rund 800 Arbeitsplätzen und fordert daher einen tariflichen Sozialplan, den das Management bislang verweigert.
Informationen für betroffene Passagiere
Für Reisende, deren Flug annulliert wurde, hat die Lufthansa verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Folgen abzumildern. Betroffene Passagiere sollten sich aktiv über den Status ihres Fluges informieren und die von der Airline angebotenen Optionen prüfen. Die wichtigsten Rechte und Möglichkeiten im Überblick:
- Kostenlose Umbuchung: Lufthansa bietet allen betroffenen Kunden eine kostenlose Umbuchung auf einen alternativen Flug an.
- Bahnfahrkarten: Tickets für innerdeutsche Flüge können unkompliziert in Fahrkarten für die Deutsche Bahn umgewandelt werden.
- Entschädigungsansprüche: Bei einem Streik des eigenen Personals haben Passagiere Anspruch auf eine Entschädigung. Je nach Flugdistanz beträgt diese zwischen 250 € und 600 €.
- Versorgung am Flughafen: Sollten Passagiere am Flughafen stranden, muss die Airline für Verpflegung mit Essen und Getränken sorgen. Außerdem besteht Anspruch auf kostenlose Telefonate und bei längeren Wartezeiten auf eine Hotelübernachtung.
Welche Airlines fliegen trotz Lufthansa Streik in Frankfurt?
Obwohl der Streik den Frankfurter Flughafen stark beeinträchtigt, sind nicht alle Fluggesellschaften betroffen. Reisende können daher möglicherweise auf andere Airlines ausweichen, um ihr Ziel zu erreichen. Der Flugbetrieb anderer Gesellschaften läuft weitgehend normal.
Folgende Airlines sind vom Streikaufruf nicht betroffen:
- Andere große Anbieter: Gesellschaften wie Ryanair, Easyjet oder Condor führen ihre Flüge planmäßig durch.
- Airlines der Lufthansa Group: Die Konzerntöchter Swiss, Austrian, Ita, Brussels Airlines sowie die deutschen Gesellschaften Eurowings und Discover Airlines werden nicht bestreikt.
Eurowings hat sogar angekündigt, acht zusätzliche Flüge auf den Verbindungen zwischen Hamburg, Düsseldorf und München einzusetzen, um gestrandeten Passagieren eine Alternative zu bieten. Dadurch sollen die Auswirkungen des Streiks zumindest teilweise kompensiert werden.
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