Vor der Nordseeinsel Borkum treibt ein manövrierunfähiger Autofrachter, nachdem in der Nacht ein Feuer an Bord ausgebrochen war. Ein Brand auf dem Autofrachter „MS Thames Highway“ hat einen Großeinsatz ausgelöst, der vom Havariekommando koordiniert wird. Glücklicherweise wurde bei dem Vorfall niemand der 18 Besatzungsmitglieder verletzt, da die Crew schnell und umsichtig handelte.
Das Schiff hatte erst kurz zuvor den Hafen von Emden verlassen und befand sich auf dem Weg nach Großbritannien. Der Brand brach im Maschinenraum aus und führte zu einem vollständigen Stromausfall, einem sogenannten Blackout. Dadurch verlor das rund 150 Meter lange Schiff seine Manövrierfähigkeit und musste nordwestlich von Borkum notankern.
Der Ablauf der Havarie
Der Alarm ging am späten Montagabend gegen 23 Uhr beim Havariekommando ein, der zentralen deutschen Koordinierungsstelle für schwere Seeunfälle. Die Besatzung der „MS Thames Highway“ reagierte sofort und konnte den betroffenen Bereich im Maschinenraum luftdicht verschließen. Diese Maßnahme erstickte die offenen Flammen, allerdings mussten nachfolgend noch einzelne Glutnester bekämpft werden.
Infolge des Feuers fiel die gesamte Maschinenanlage aus, weshalb das Schiff antriebslos auf der Nordsee trieb. Die Notankerung verhinderte eine unkontrollierte Drift. Das Havariekommando bestätigte, dass keine Schadstoffe ins Meer austraten, sodass eine unmittelbare Umweltgefahr gebannt werden konnte.
Großeinsatz nach Brand auf Autofrachter
Um die Lage unter Kontrolle zu bringen, wurde ein umfangreiches Rettungsaufgebot mobilisiert. Ein Hubschrauber flog speziell ausgebildete Feuerwehrkräfte aus Cuxhaven und Wilhelmshaven direkt auf den havarierten Frachter. Diese unterstützten die Besatzung bei der finalen Brandbekämpfung und der Sicherung des Schiffes.
Zusätzlich positionierten sich mehrere Spezialschiffe in der Nähe der „MS Thames Highway“. Darunter befanden sich der Bergungsschlepper „Nordic“ und das Mehrzweckschiff „Mellum“. Diese Einheiten standen bereit, um bei einer Verschlechterung der Situation sofort eingreifen zu können. Derzeit liegt der Frachter stabil vor Anker, kann sich aufgrund der Maschinenschäden jedoch nicht mehr aus eigener Kraft bewegen.
Die Ladung und der weitere Plan
An Bord des Schiffes befinden sich nach Angaben des Havariekommandos rund 1.300 Fahrzeuge. Unter der Ladung sind auch etwa 480 Elektroautos. Eine Sprecherin betonte allerdings ausdrücklich, dass die geladenen Autos nach derzeitigem Stand nicht vom Feuer betroffen sind und auch nicht als Brandursache gelten. Der Brandherd war klar auf den Maschinenraum begrenzt.
Der nächste Schritt ist die Bergung des Frachters. Da die eigenen Maschinen nicht mehr funktionsfähig sind, soll das Schiff zurück in den Hafen von Emden geschleppt werden. Diese Aufgabe werden private Bergungsunternehmen übernehmen, sobald die Bedingungen dies sicher zulassen.
Erinnerungen an die „Fremantle Highway“
Der Vorfall weckt unweigerlich Erinnerungen an den Brand auf dem Autofrachter „Fremantle Highway“ im Jahr 2023. Damals war auf dem Schiff, das ebenfalls Tausende Autos geladen hatte, ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Dieser Brand hatte tagelang auf der Nordsee gewütet und eine große Umweltkatastrophe befürchten lassen.
Im Gegensatz zur damaligen Havarie konnte das Feuer auf der „MS Thames Highway“ schnell unter Kontrolle gebracht werden. Die schnelle Reaktion der Besatzung und die effektive Koordination der Rettungskräfte verhinderten somit ein weitaus schlimmeres Szenario.
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