Im Appenzellerland sorgen aktuelle Nachrichten aus Sport, Kultur und Politik für Gesprächsstoff. Ein besonderer sportlicher Erfolg gelang dem Armbrustverein Herisau-Waldstatt, während die Partei Die Mitte ihre Parolen für die kommenden eidgenössischen Vorlagen bekannt gab. Diese und weitere Ereignisse prägten die vergangenen Tage in der Region.
Dreifacherfolg für Armbrustverein Herisau-Waldstatt
Bei den Schweizer Meisterschaften im Armbrustschiessen zeigten die Athleten des Armbrustschützenvereins Herisau-Waldstatt eine beeindruckende Leistung. Am Final in Wil, der über die 10-Meter-Distanz kniend ausgetragen wurde, sicherte sich der Verein alle drei Podestplätze. Andreas Schweizer errang mit einer konstanten und starken Leistung die Goldmedaille und damit den Schweizermeistertitel.
Sein Vereinskollege Ernst Zellweger gewann Silber und bewies damit erneut seine Klasse. Den Triumph komplettierte Ralf Zellweger, der Sohn von Ernst Zellweger, mit dem Gewinn der Bronzemedaille. Dieser Dreifachsieg unterstreicht die technische Präzision und mentale Stärke des Teams, das bereits zwei Wochen zuvor den Mannschaftstitel gewonnen hatte.
Auch der Nachwuchs überzeugte, denn Junior Livio Dux aus Degersheim sicherte sich in seiner Kategorie die Bronzemedaille. Er demonstrierte unter Finaldruck grosse Nervenstärke und technisches Können.
Magie und Humor: Michel Gammenthaler begeistert in Walzenhausen
Für einen ausverkauften Saal sorgte der Zauberer und Komiker Michel Gammenthaler bei seinem Auftritt für die «Walzehuser Bühni». Mit seinem Programm «Impossible» fesselte der aus dem Fernsehen bekannte Künstler das Publikum und bewies, warum er zu den festen Grössen der Schweizer Unterhaltungsszene gehört. Schon vor 16 Jahren war Gammenthaler in Walzenhausen zu Gast gewesen.
Sein Erfolgsrezept ist die gekonnte Verbindung von Magie und Humor. Während er als Komiker die Realität abbildet, schafft er als Zauberer neue Wirklichkeiten. Seine Show begann mit Showeffekten und endete mit verdienten stehenden Ovationen.
Mitte AR fasst Parolen für eidgenössische Vorlagen
Die Mitglieder der Partei Die Mitte Appenzell Ausserrhoden haben ihre Parolen zu den eidgenössischen Vorlagen vom 8. März gefasst. Dabei fielen die Entscheide laut einer Medienmitteilung sehr deutlich aus. Die Partei empfiehlt folgende Positionen:
- Bargeld-Initiative: Nein zur Initiative, aber Ja zum Gegenvorschlag.
- SRG-Initiative: Nein zur Initiative «200 Franken sind genug!».
- Klimafonds-Initiative: Nein zur Initiative.
- Individualbesteuerung: Nein zur Steuergerechtigkeitsinitiative.
Bei der Individualbesteuerung sieht die Partei eine bessere Lösung zur Abschaffung der Heiratsstrafe, da die Initiative neue Benachteiligungen schaffe. Obwohl die Mitte AR das Ziel der Bargeld-Initiative grundsätzlich unterstützt, lehnt sie die Vorlage wegen unpräziser Formulierungen und potenziell unverhältnismässiger Kosten ab. Der Gegenvorschlag wird hingegen befürwortet, weil er die Bargeldversorgung sichert.
Die SRG-Initiative wird einstimmig abgelehnt, denn die Mitglieder befürchten grosse finanzielle und strukturelle Folgen für die Medienlandschaft. Ein unabhängiger Informationsfluss in allen Landessprachen sei für eine lebendige Demokratie unerlässlich. Auch die Klimafonds-Initiative lehnt die Partei deutlich ab, weil der aktuelle Ansatz aus Fördermassnahmen und marktwirtschaftlichen Instrumenten bereits ausreichende Anreize zur Reduktion von Treibhausgasen schaffe.
Personalwechsel und sportliche Erfolge in der Region
Das Appenzeller Brauchtumsmuseum in Urnäsch hat sein Leitungsteam vervollständigt. Neu ist Linda Hodel als Kuratorin tätig und ergänzt damit Geschäftsführerin Monika Steingruber und den Brauchtumskenner Wälti Frick. Hodel hat Ethnologie und Kulturwissenschaften studiert und bringt Erfahrung aus dem Alpinen Museum der Schweiz und der Fotostiftung Schweiz mit.
Im Unihockey feierten die Zweitligisten des UH Appenzell einen 7:6-Sieg nach Verlängerung gegen den UHC Sarganserland. Nach einem 0:3-Rückstand kämpfte sich das Team zurück ins Spiel und sicherte sich den Sieg in der Overtime durch ein Tor von Jonas Neff. Für den UHC Herisau endete die Saison hingegen mit einer 2:3-Niederlage gegen Bülach im Playoff-Viertelfinal.
Im Wintersport sorgte die Freeskierin Anouk Andraska für eine positive Überraschung. Trotz einer Gehirnerschütterung qualifizierte sie sich bei den Olympischen Spielen in Livigno im Big Air für den Final. Mit einem starken dritten Sprung sicherte sie sich den zwölften Platz und damit das Finalticket.
Unfälle und Fasnachtstreiben auf den Strassen
Schneefall führte in der Nacht auf Sonntag in Rehetobel und Lustmühle zu zwei Selbstunfällen. In beiden Fällen entstanden Totalschäden an den Fahrzeugen, die Fahrer blieben jedoch unverletzt. In Urnäsch überschlug sich zudem ein Auto bei einer Probefahrt, wobei der Beifahrer Rückenverletzungen erlitt und ins Spital gebracht werden musste.
Gleichzeitig prägte die Fasnacht das Geschehen im Appenzellerland. In Appenzell zog ein farbenfroher Umzug mit 33 Guggenmusiken und Fasnachtsgruppen durch das Dorf, während in Urnäsch der traditionelle Goofebloch stattfand. Rund 60 Kinder zogen dabei einen Baumstamm über eine Strecke von 22 Kilometern.
Lokale Wirtschaft und Gemeindeleben
In Grub fand ein Generationswechsel bei der Hochreutener Elektro AG statt. Lars Hochreutener übernahm das Unternehmen von seinem Vater Peter Hochreutener, der die Firma seit 1998 geführt hatte. Das Familienunternehmen ist im Bereich Elektroinstallationen tätig und plant Ende Mai einen Tag der offenen Tür.
Die EVP Appenzell Ausserrhoden verzichtet derweil auf eine Wahlempfehlung für den freiwerdenden Nationalratssitz. Die politische Ausrichtung der beiden Kandidierenden weiche zu deutlich von zentralen Positionen der Partei ab. In Teufen konnte die Umnutzung des denkmalgeschützten Hauses Bächli in ein Ärztehaus erfolgreich abgeschlossen werden, was die medizinische Grundversorgung in der Gemeinde stärkt.
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