Am dritten Februarwochenende steht Mörschwil wieder ganz im Zeichen der fünften Jahreszeit, denn dann findet die traditionelle Mörschwiler Fasnacht statt. Im Gemeindezentrum kommen Besucherinnen und Besucher zusammen, um ein buntes Programm aus Guggenmusik, humorvollen Darbietungen und der Prämierung einzigartiger Kostüme zu erleben. Ein besonderer Höhepunkt ist dabei die feierliche Ernennung des neuen Ehrenmöbü am Samstagabend.
Eine tief verwurzelte Tradition im Dorf
Die Veranstaltung blickt auf eine lange Geschichte zurück und findet in diesem Jahr bereits zum 41. Mal statt. Seit 2016 engagiert sich Jasmin Würth in der Organisation, zunächst als Kassiererin und heute als Präsidentin der Fasnachtsgesellschaft „Adlerbruet“. Ihre Motivation schöpft sie aus der Freude, die der Anlass den Menschen in der Gemeinde bereitet, weshalb sie und ihr Team jedes Jahr viel Energie in die Vorbereitungen stecken.
An den beiden Abenden werden rund 750 Gäste erwartet, während etwa 30 freiwillige Helferinnen und Helfer pro Abend für einen reibungslosen Ablauf an der Bar und auf der Bühne sorgen. Dieses Engagement unterstreicht den starken Zusammenhalt im Dorf und macht die Fasnacht zu einem echten Gemeinschaftserlebnis.
Das Bühnenprogramm: Von Schnitzelbänken und lokalen Themen
Am Freitagabend um 19:30 Uhr startet die Premiere des abwechslungsreichen Bühnenprogramms. Ein zentraler Bestandteil sind die sogenannten Schnitzelbänke, bei denen es sich um satirische Lieder und Verse handelt, die lokale Ereignisse und Persönlichkeiten humorvoll kommentieren. Bekannte Schnitzler aus dem Dorf sowie das Redaktionsteam des Mörschwiler Mitteilungsblatts werden wieder erwartet.
Zusätzlich dürfen sich die Besucher auf neue Nummern freuen, beispielsweise von der Gruppe „Die Raben“, die bei ihrem „Flug über Mörschwil“ so einiges beobachtet hat. Thematisch werden dieses Jahr voraussichtlich die Deponie in Aachen und die zunehmende Anzahl von Pollern in der Gemeinde aufs Korn genommen, wodurch aktuelle lokale Debatten aufgegriffen werden.
Höhepunkt der Mörschwiler Fasnacht: Wer wird der neue Ehrenmöbü?
Zum 31. Mal wird am Samstagabend das große Geheimnis gelüftet und ein neues Gemeindemitglied zum Ehrenmöbü oder zur Ehrenmöbine ernannt. Diese Ehre wird Bürgerinnen und Bürgern zuteil, die sich durch großes Engagement für die Gemeinschaft auszeichnen und im Dorf bekannt sind. Die Kandidaten müssen über 18 Jahre alt sein und, wie es augenzwinkernd heißt, einen IQ über 50 haben.
Als besonders geeignet gilt, wer sich im vergangenen Jahr einen amüsanten Fehltritt geleistet hat. Ein Beispiel wäre, versehentlich mit dem Pass der Tochter am Flughafen zu erscheinen. Der amtierende Ehrenmöbü, der ehemalige Dorfmetzger Bruno Ehrbar, wird sein Amt im Rahmen der Aufführung am Samstag an seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger übergeben.
Kostümprämierung und große Party zum Abschluss
Nach der Bekanntgabe des neuen Ehrenmöbü heizt die lokale Guggenmusik „Adlerbrüeter“ dem Publikum kräftig ein. Anschließend legt DJ Don Philippo auf und sorgt für Partystimmung. Um Mitternacht findet schließlich die Prämierung der besten Kostüme des Abends statt, was ein weiteres Highlight darstellt.
Eine Jury kürt die drei besten Verkleidungen in zwei Kategorien: Einzelpersonen oder kleine Gruppen bis drei Personen sowie Gruppen ab vier Personen. Die Kreativität und der Aufwand vieler Gäste werden hier gewürdigt. Danach darf bei Musik und Tanz bis 3 Uhr morgens gefeiert werden, bevor die Mörschwiler Fasnacht stimmungsvoll ausklingt.
Praktische Informationen für Besucher
Für alle, die an der Veranstaltung teilnehmen möchten, sind hier die wichtigsten Eckdaten zusammengefasst:
- Datum: 13. und 14. Februar
- Ort: Gemeindezentrum Mörschwil
- Beginn: Das Bühnenprogramm startet am Freitag um 19:30 Uhr.
- Eintritt: Der Eintritt kostet 20 Franken. Für kostümierte Gäste reduziert sich der Preis auf 15 Franken.
- Altersregelung: Jugendliche bis 16 Jahre zahlen am Freitag nur fünf Franken Eintritt. Der Samstag ist für Gäste ab 16 Jahren reserviert.
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