Deutsche Eishockey-Pleite gegen Lettland – so geht es weiter

Die deutsche Eishockey Nationalmannschaft erlebt bei Olympia einen herben Dämpfer. In einem umkämpften Spiel musste sich die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) überraschend mit 3:4 gegen Lettland geschlagen geben. Durch diese Niederlage ist der direkte Einzug in das Viertelfinale des olympischen Turniers in weite Ferne gerückt, weshalb das Team nun um das Weiterkommen zittern muss.

Der weitere Weg im Turnierverlauf hängt jetzt maßgeblich vom letzten Gruppenspiel gegen die USA ab. Nur mit einem Sieg gegen den Favoriten kann die Mannschaft die Chance auf eine direkte Qualifikation wahren. Andernfalls bleibt nur der anspruchsvollere Weg über die zusätzliche Qualifikationsrunde.

Guter Start, doch Disziplinlosigkeiten kosten die Führung

Dabei begann die Partie für das deutsche Team durchaus vielversprechend. Ähnlich wie im Auftaktspiel gegen Dänemark gelang der Mannschaft ein früher Führungstreffer. Bereits nach kurzer Zeit brachte Lukas Reichel die DEB-Auswahl in Front, sodass zunächst alles nach Plan zu laufen schien.

Allerdings machte sich das Team das Leben durch unnötige Strafen selbst schwer. Eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Verteidiger Jonas Müller bot den Letten die erste Gelegenheit in Überzahl. Diese Situation wird im Eishockey Powerplay genannt, wobei ein Team für eine begrenzte Zeit mit mehr Spielern auf dem Eis agieren darf. Lettland nutzte diesen Vorteil konsequent aus und erzielte durch Dans Locmelis den Ausgleichstreffer.

Obwohl Lukas Kälble Deutschland prompt erneut in Führung brachte, wiederholten sich die Probleme. Das zweite Drittel war ebenfalls von mangelnder Disziplin geprägt, was dem Gegner immer wieder gute Möglichkeiten eröffnete.

Lettland nutzt deutsche Fehler eiskalt aus

Ein entscheidender Moment ereignete sich, als erneute Strafen gegen Jonas Müller und Tobias Rieder die deutsche Mannschaft in eine doppelte Unterzahl zwangen. Dadurch standen zeitweise nur drei deutsche Feldspieler fünf Letten gegenüber. Diese numerische Überlegenheit nutzte Lettland erneut, denn Dans Locmelis traf ein zweites Mal zum 2:2-Ausgleich.

Die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis zeigte zwar weiterhin Offensivdrang und wirkte phasenweise überlegen. Jedoch scheiterte das Team immer wieder an der eigenen Chancenverwertung. So traf NHL-Star Tim Stützle in einer deutschen Überzahlphase nur das Lattenkreuz, während auch Top-Spieler Leon Draisaitl ungewöhnlich viele Torschüsse vergab.

Verpasste Chancen und die Konsequenzen im Schlussdrittel

Auch im letzten Spielabschnitt blieb die mangelnde Effektivität das größte Problem der deutschen Auswahl. Beste Gelegenheiten durch Rieder und Stützle blieben ungenutzt. Bezeichnend war eine Szene, in der Deutschland im eigenen Powerplay einen Konter der Letten zuließ, den diese aber glücklicherweise nicht verwerten konnten.

Kurz darauf fiel jedoch die Vorentscheidung. Unmittelbar nach Ablauf einer lettischen Strafe stand Eduards Tralmaks goldrichtig und erzielte die erstmalige Führung für sein Team. Während Deutschland nun alles nach vorne warf, konterten die Letten geschickt. Renars Krastenbergs nutzte die ungeordnete deutsche Defensive und erhöhte sogar auf 4:2.

In einer hektischen Schlussphase keimte durch den Anschlusstreffer von Lukas Reichel noch einmal Hoffnung auf. Die Letten verteidigten ihren Vorsprung jedoch mit großem Kampfgeist und brachten den knappen Sieg über die Zeit, wodurch die deutsche Niederlage besiegelt war.

Der Weg ins Viertelfinale für die deutsche Eishockey Nationalmannschaft bei Olympia

Die Niederlage gegen Lettland hat direkte Auswirkungen auf den Qualifikationsmodus für das Viertelfinale. Der Weg dorthin ist nun deutlich komplizierter geworden. So funktioniert das System:

  • Direkte Qualifikation: Nur die drei Gruppensieger sowie der beste Gruppenzweite ziehen direkt in die Runde der letzten Acht ein.
  • Qualifikationsrunde: Die verbleibenden acht Mannschaften spielen in einer zusätzlichen K.o.-Runde um die restlichen vier Viertelfinalplätze.
  • Setzliste: Die Teams werden anhand ihrer Ergebnisse in der Gruppenphase (Punkte, Tordifferenz) auf einer Rangliste von fünf bis zwölf platziert. Anschließend spielt der Fünftplatzierte gegen den Zwölftplatzierten, der Sechste gegen den Elften und so weiter.

Für das deutsche Team bedeutet dies, dass es nun voraussichtlich diesen Umweg gehen muss, um die Chance auf eine Medaille am Leben zu erhalten. Ein Sieg im letzten Gruppenspiel ist daher von enormer Bedeutung.

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