Für Abwehrspezialist Tom Kiesler entwickelte sich das Finale der Handball-EM zu einem persönlichen Drama, denn sein Comeback im deutschen Team endete abrupt. Das Spiel gegen Gastgeber Dänemark war die Neuauflage des Endspiels um olympisches Gold und stand daher unter besonderer Beobachtung. Die Hoffnung auf eine starke deutsche Abwehr erhielt jedoch früh einen herben Dämpfer, als die Tom Kiesler Rote Karte EM-Finale-Entscheidung nach nur 14 Minuten die deutsche Mannschaft schockte.
Frühes Aus nach unglücklicher Abwehraktion
Die entscheidende Szene ereignete sich in der Anfangsphase des hart umkämpften Finales. Bei einer Defensivaktion traf der Gummersbacher Tom Kiesler den dänischen Superstar Mathias Gidsel unglücklich im Gesicht. Die Schiedsrichter entschieden nach kurzer Beratung auf eine Rote Karte, weshalb Kieslers Einsatz damit nach nur wenigen Minuten beendet war. Dieser Platzverweis war besonders bitter, da Kiesler erst kurz vor dem Finale in den Kader zurückgekehrt war.
Zuvor hatte der Abwehrhüne die beiden wichtigen Partien gegen Frankreich und Kroatien verpasst, weil ihn ein Magen-Darm-Infekt außer Gefecht gesetzt hatte. Seine Rückkehr sollte die deutsche Abwehr stabilisieren, allerdings verwandelte sich diese Hoffnung durch die frühe Disqualifikation ins Gegenteil. Der Ausfall von Kiesler, dem DHB-Spieler mit den meisten geblockten Würfen des Turniers, stellte eine erhebliche Schwächung dar.
Doppelter Rückschlag für die deutsche Defensive
Die personelle Situation in der deutschen Abwehr war bereits vor dem Anpfiff angespannt. Kurz vor dem Finale musste das Team nämlich den Ausfall von Justus Fischer verkraften. Der Kreisläufer aus Hannover, der im Halbfinale gegen Kroatien mit vier Blocks zum Helden avancierte, war aufgrund eines kurzfristig aufgetretenen Infekts nicht spielfähig.
Dadurch lastete umso mehr Druck auf Tom Kiesler, der für den erkrankten Fischer ins Aufgebot nachrückte. Die Kombination aus Fischers Fehlen und Kieslers schneller Roter Karte traf das Herzstück der deutschen Mannschaft empfindlich. Bundestrainer Alfred Gislason musste somit seine defensiven Pläne frühzeitig und grundlegend anpassen, was die ohnehin schon schwere Aufgabe gegen Weltmeister Dänemark zusätzlich erschwerte.
Die Vorzeichen des Endspiels gegen Dänemark
Schon vor dem Spiel betonte Bundestrainer Alfred Gislason, dass Deutschland ein perfektes Spiel benötigen würde, um gegen die favorisierten Dänen zu bestehen. Er forderte eine extrem gute Abwehrleistung sowie eine höhere Wurfquote als in den vorherigen Partien. Die Hoffnungen der deutschen Mannschaft speisten sich auch aus der Handball-Geschichte, denn bei früheren Titelgewinnen gab es positive Parallelen.
Sowohl beim WM-Sieg 2007 gegen Polen als auch beim EM-Triumph 2016 gegen Spanien verlor das DHB-Team in der Vorrunde gegen den späteren Finalgegner. Im Endspiel gelang dann aber jeweils die Revanche. Eine ähnliche Konstellation ergab sich bei diesem Turnier, da Deutschland in der Hauptrunde bereits mit 26:31 gegen Dänemark unterlegen war.
Individuelle Auszeichnungen im Schatten des Finales
Trotz der angespannten Lage vor dem Finale gab es für zwei deutsche Spieler Grund zur Freude. Torhüter Andreas Wolff und Kreisläufer Johannes Golla wurden für ihre herausragenden Leistungen während des Turniers in das All-Star-Team der EM berufen. Für Wolff war es bereits die dritte Nominierung dieser Art nach 2016 und 2024, was seine konstante Weltklasseleistung unterstreicht.
Als wertvollster Spieler des Turniers (MVP) wurde jedoch der Däne Mathias Gidsel ausgezeichnet, der auch in der Szene zur Tom Kiesler Rote Karte EM-Finale-Entscheidung die zentrale Figur war. Die Ehrungen zeigten die hohe individuelle Qualität beider Finalisten, während die deutsche Mannschaft vor allem auf ihre mannschaftliche Geschlossenheit und Kampfkraft setzte, um den favorisierten Gastgeber herauszufordern.
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