Roblox KI Tool: So einfach erstellst du 3D-Objekte per Text

Die Spieleplattform Roblox macht einen weiteren bedeutenden Schritt in die Integration künstlicher Intelligenz. Mit einem neuen Beta-Tool können Nutzerinnen und Nutzer nun interaktive 3D-Objekte direkt im Spiel durch einfache Texteingaben erschaffen. Dieses Roblox KI Tool ist eine Weiterentwicklung eines bereits im Vorjahr vorgestellten Systems zur Generierung von 3D-Modellen und soll die Kreativität auf der Plattform grundlegend verändern.

Die Veröffentlichung folgt kurz nach der Vorstellung von Googles „Genie“, einem KI-Werkzeug zur Erstellung ganzer Spielwelten. Dessen Ankündigung sorgte für Aufsehen bei Investoren und führte zu einem spürbaren Kursrutsch der Roblox-Aktie, weshalb die aktuelle Neuerung auch als strategische Antwort verstanden werden kann.

So funktioniert das neue Roblox KI Tool

Das Werkzeug steht Entwicklern zur Verfügung, die es in ihre Spiele auf der Roblox-Plattform integrieren können. Einmal aktiviert, ermöglicht es den Spielenden, durch die Eingabe von Befehlen, sogenannten Prompts, eigene Gegenstände zu generieren. Dadurch können Spielerlebnisse dynamischer und individueller gestaltet werden.

In der aktuellen Beta-Phase ist die Funktionalität allerdings noch auf zwei Arten von Objekten beschränkt, die als „Schemata“ bezeichnet werden. Zum einen können vierrädrige, fahrbare Autos erstellt werden. Zum anderen lassen sich einfache Objekte aus einem einzigen digitalen Netz, einem sogenannten Single-Mesh, erzeugen. Ein von Roblox veröffentlichtes Video demonstriert dies eindrucksvoll, indem beispielsweise Autos, ein Flugzeug und sogar eine mit Kaugummikugeln schießende Pistole per Texteingabe entstehen.

Erste Erfolge und gesteigerte Spielzeit

Ein Praxistest in dem Spiel „Wish Master“ lieferte bereits beeindruckende Ergebnisse. Innerhalb von nur sechs Monaten erschufen die Spielerinnen und Spieler mithilfe des KI-Tools über 160.000 einzigartige Objekte. Dieser Testlauf zeigt das enorme kreative Potenzial der neuen Technologie.

Der Entwickler des Spiels, Laksh, berichtete außerdem von einem signifikanten positiven Effekt auf das Engagement der Community. Demnach zeigten Spieler, die die KI-Funktion nutzten, eine um durchschnittlich 64 % längere Spielzeit in „Wish Master“. Diese Zahl verdeutlicht, wie sehr interaktive, selbst erstellte Inhalte die Nutzerbindung stärken können.

Die Zukunftsvision: Komplette Welten per Texteingabe

Roblox blickt jedoch bereits weit über die aktuelle Funktion hinaus. Laut Anupam Singh, dem leitenden Vizepräsidenten für Technik bei Roblox, arbeitet das Unternehmen an einem offenen Vokabular-Schema-System. Dieses soll es künftig ermöglichen, jede erdenkliche Art von Objekt und Verhalten durch KI zu generieren.

Ein internes Forschungsprojekt namens „Real-time Dreaming“ gibt einen Vorgeschmack auf diese Zukunft. In einer Demonstration von CEO Dave Baszucki wurde eine einfache, an Spiele wie Skyrim erinnernde Umgebung gezeigt. Durch Texteingaben wie „Tsunami“ verwandelte sich die Szene in Echtzeit von einem Dorf zu einem Boot auf offener See. Das langfristige Ziel ist es, dass Nutzer alles, was sie sich erträumen, direkt auf der Plattform zum Leben erwecken können.

Reaktion auf Google Genie und die Branchenperspektive

Die Ankündigung von Roblox erfolgt in einem strategisch wichtigen Moment. Nach der Präsentation von Googles „Genie“ und den darauffolgenden Börsenreaktionen beeilten sich viele große Spielepublisher, ihre eigenen Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz hervorzuheben.

Allerdings gibt es in der Branche auch kritische Stimmen zur tatsächlichen Leistungsfähigkeit aktueller KI-Modelle. Karl Slatoff, Präsident von Take-Two, bezeichnete „Genie“ zwar als eine spannende Technologie, schränkte aber ein, dass es eher einer prozedural generierten interaktiven Videoanimation gleiche als einer vollwertigen Spiel-Engine. Er betonte, dass die Entwicklung eines Spiels weit mehr Elemente umfasse als nur die reine Erschaffung einer Welt.

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