Viele Reisende kennen das Problem: Das Internet im Zug ist langsam oder funktioniert gar nicht, sobald der Waggon voll besetzt ist. Die Deutsche Bahn hat nun technische Gründe für die wiederkehrenden WLAN-Probleme im ICE eingeräumt. Insbesondere bei hoher Auslastung stößt die vorhandene Technik an ihre Grenzen, wodurch die Stabilität und Geschwindigkeit der Verbindung leidet.
So funktioniert das Internet im Zug
Für die Internetverbindung im Zug bündelt die Bahn die Mobilfunksignale verschiedener Netzbetreiber. Spezielle Router auf den Zügen empfangen die Signale von außen und verteilen sie dann als WLAN an die Fahrgäste im Inneren. Dieses System, oft als Multiprovider-Lösung bezeichnet, soll eigentlich für eine möglichst stabile Verbindung sorgen, indem es immer das stärkste verfügbare Netz nutzt.
Allerdings muss sich der gesamte Zug die verfügbare Bandbreite teilen. Je mehr Menschen also gleichzeitig online sind, desto weniger Datenrate steht für den Einzelnen zur Verfügung. Diese technische Grundlage ist entscheidend, um die aktuellen Schwierigkeiten zu verstehen.
Warum das WLAN bei vollen Zügen oft ausfällt
Das Kernproblem liegt in der Auslegung der WLAN-Infrastruktur, wie die Technik-Vorständin der Deutschen Bahn erläuterte. Die Access Points, also die WLAN-Sender in den Waggons, sind nicht für die große Anzahl an Endgeräten in einem vollbesetzten Zug konzipiert. Während ursprünglich mit etwa anderthalb Geräten pro Fahrgast gerechnet wurde, nutzen viele Reisende heute zwei oder mehr Geräte gleichzeitig, zum Beispiel ein Smartphone und ein Notebook.
Dadurch steigt die Zahl der Anmeldeversuche am WLAN-System stark an. Wenn hunderte Geräte gleichzeitig auf einen Access Point zugreifen wollen, kann dieser überlastet werden. Das führt dazu, dass die Verbindung für alle Nutzer langsam wird oder sogar komplett zusammenbricht, obwohl die Mobilfunkanbindung nach außen eigentlich ausreichend wäre.
Neue Technik soll die WLAN-Probleme im ICE lösen
Um die Situation zu verbessern, plant die Deutsche Bahn eine technische Aufrüstung. Zukünftige ICE-Generationen sollen mit leistungsfähigeren Routern und Access Points ausgestattet werden. Diese können dann eine deutlich höhere Anzahl von Geräten gleichzeitig verwalten, wodurch das Netz auch bei voller Auslastung stabil bleiben soll.
Außerdem wird die Mobilfunkanbindung weiter verbessert. Statt wie bisher nur LTE zu nutzen, sollen die Züge künftig auch 5G-Signale empfangen können. Das verspricht höhere Datenraten und eine zuverlässigere Verbindung entlang der Bahnstrecken. Bis diese Verbesserungen jedoch flächendeckend verfügbar sind, werden sich Reisende weiterhin auf mögliche Engpässe beim WLAN einstellen müssen.
